Neuheiten auf der Boot 2019

Seit Ende letzter Woche ist die Boot 2019 in Gange und feiert gleichzeitig ihr 50 jähriges Bestehen.
Die Hallen sind gut besucht und auch die Händler bestätigen den Erfolg der ersten beiden Tagen der Messe.

Während sich die Besucher in der Taucher-Halle 3 schon fast auf den Füßen stehen, ist es in Halle 4, dem Foto-Bereich, recht ruhig.

Unter anderem sind der Schweizer Händler FanticHier findest du weitere Informationen zu Fantic und der Kamerahersteller Nikon dieses Jahr nicht auf der Boot vertreten. Hinzu kommt, die ungünstige Anordnung der Stände. Diese sorgt in Halle 4 für eine extreme Verteilung der Besucher, statt diese im Kern des Fotobereichs zu konzentrieren und Raum für interessante Gespräche zu schaffen. Genauso wie der Stand von Olympus, liegt auch die Bühne der Water Pixel World etwas abseits.

Nichts desto Trotz haben einige Hersteller interessante Neuerungen im Programm.

Produktneuheiten

Nauticam

Der Hersteller mit den meisten Neuentwicklungen auf dieser Messe, ist die Firma Nauticam.
Hergen Spalink erklärt mir die Entwicklungen des letzten Jahres.

Unter anderem Kamen Gehäuse für die Blackmagic Cinema Pocket die Fuji XT-3 auf den Markt. Beide bieten dabei spannende Features. So kann in beiden Gehäusen eine kleine externe Festplatte untergebracht werden, auf der sich große Datenmengen bequem speichern und zum Bearbeiten herausnehmen lassen.
Zusätzlich verfügt das NA-BMCC für die Blackmagic Cinema über einen separates Akkupack, über das die Laufzeit der Kamera deutlich erhöht wird.

Das Nauticam NA-BMCC kommt mit einem separaten Battery-Pack

Das für die Blackmagiv Cinema kommt mit einem großen Battery-Pack

Nauticam NA-XT3 für die Fuji X-T3 Spiegellose Kamera

Nauticam NA-XT3 mit Einbauschacht für externe Festplatten

Außerdem erklärt mir Martin Steinmeier geduldig die neuen Features des Wide-Angle Correction Ports. Mit dieser Vorsatzlinse werden Standard-Objektive für DSLRS, wie das 18-55mm zu einem vollwertigen Weitwinkel aufgewertet. Dabei soll der Dome so berechnet sein, dass das Bild bis in die Ecken scharf ist.

Begeistert präsentiert er mir auch den Prototypen eines Insect-Eye Objektivs wie es INON bisher anbietet. Durch die Verwendung dieser Optik wird das 100mm Macro zum Weitwinkel-Obejktiv umfunktioniert, ohne seine Vergrößerungsleistung im Nahbereich einzubüßen.

Martin Steinmeier Unterwasserfotograf für Nauticam präsentiert einen Prototypen

Martin Steinmeier mit dem Prototypen des Insect-Eye-Objektivs von Nauticam

Damit soll das Objektiv für neue spannende Close-Focus-Wide-Angle Bilder sorgen.
Laut Steinmeier, soll die Bauform noch etwas gekürzt werden, weshalb die Entwicklung noch etwas Zeit benötige.

 

Subal

Unaufdringlich und nüchtern, fügt sich der Stand des österreichischen Herstellers Subal, in die Halle der Unterwasserfotografie. Hier präsentiert Harald Karl das neue Gehäuse für die Nikon Z7.

Die Verarbeitung ist hervorragend und die Bedienung optimal von beiden Griffen aus Möglich.

Subal Unterwassergehäuse Nikon Z7

Subals neues Unterwassergehäuse für die Nikon Z 7…

Nikon Z7 Unterwassergehäuse Subal

… überzeugt durch seine gelungene Bedienung und die enorme Stabilität.

Noch besser gefallen, haben mir persönlich, die matt-schwarzen Gehäuse der Nayv-Line. Dabei kommen gerade die Gehäuse, welche eigentlich für Spezialeinheiten in aller Welt gebaut werden, bei vielen Kunden besonders gut an. Da ist auch ein Aufpreis von 300€, für das edle Finish, zweitrangig.

 

Keldan

Auch die, für ihre High-End-Lampen, bekannte Firma Keldan, aus dem Schweizer Kanton Bern, weiß mit neuster Technik zu begeistern.
Spätestens seit dem Konzept des Buddy-Watchers, ist es vertretbar, wenn Wörter wie Funktechnologie und Unterwasser-Einsatz in einem Satz fallen.

Keldan Lampen Steuerung Ultraschall Prototyp

Keldan steuert die Lampen per Ultraschall-Technologie

So versucht sich der Hersteller nun an kabellosen Fernsteuer-Einheiten für seine Lampen.

„Genau genommen ist es gar kein Funk, was da passiert“, erklärt Daniel Keller. So kommt in den Sendern eine Ultraschall-Technologie zum Einsatz, die auch in einer Distanz von bis zu fünfzig Meter noch funktionieren soll.

Gedacht ist das System, vor allem für die Leistungsanpassung, versteckt platzierter Lampen, die hinter Felsen oder in Wracks liegen. Jede Fernsteuerung kann dabei zwei Gruppen unabhängig in ihrer Leistung regulieren.

In meinen Augen ein sehr interessantes Konzept. Noch liegen die Sender als etwas kantige Prototypen vor. Aber ich bin gespannt auf die Erfahrungen der ersten Tester.

 

Easydive

Ähnlich experimentierfreudig gibt sich auch Easydive, unter Fabio Benvenuti. Er setzt neben seinem flexiblen Gehäuse LEO3 vor allem auf innovative Steuerungsmöglichkeiten für die Unterwasserkamera.

Aktuelle Geräte von Sony, wie die A7R IIIa, können über ein spezielles Smartphone ferngesteuert werden. Auch die Übertragung des Live-Views auf den größeren Bildschirm ist auf die kurze Distanz per W-LAN problemlos möglich. Im Prinzip ist es so auch möglich, die Kamera unter Wasser abzulegen und über eine längere Antenne auch vom Boot aus zu steuern.

SDI Technik am Blackmagic Screen für die Bildübertragung

Die Video-Daten werden über die SDI Schnittstelle an den Blackmagic Screen übertragen.

Das Gehäuse für den Externen Monitor ist bis 100 Meter Tauchtiefe geeignet

Das Gehäuse für den Externen Monitor ist bis 100 Meter Tauchtiefe geeignet

Im gleichen Zuge zeigt mir Fabio das neue Gehäuse für das Blackmagic Assist Systema. Über ein unempfindliches Koaxial-Kabel, werden die Bildinformationen über die SDI-Schnittstelle auf das externe Display übertragen. Das macht die Datenübertragung einerseits wesentlich stabiler, gleichzeitig ist auch die mechanische Belastung auf das Kabel weniger kritisch, als bei einem einfachen HDMI-Kabel.

Dabei dürfte das System vor allem Canon Videografen freuen. So setzt Blackmagic auf Canons LP-E6 Akkus, wie sie auch in der 5D und 6D Reihe zum Einsatz kommen.

 

Heinrichs Weikamp

Etwas Zeit blieb mir noch für einen Abstecher zur Firma Heinrichs Weikamp.
Die meisten Taucher, werden diesen Hersteller mit hochwertigen Computern wie dem OSTC verbinden.

Dabei stellt die Freiburger Technikschmiede auch einige weitere interessante Geräte für die Unterwasserfotografie her.
Zwei davon sind die RSU-N und der DA-O-N.

Hinter diesen kryptischen Bezeichnungen verbergen sich zwei Fernauslöser für Blitze.
Die Abkürzung RSU steht dabei für Remote-Slave-Unit (Nikonos). DA-O-N ist der Digital-Adapter mit fünfpoligem Anschluss, der TTL auch entfesselt ermöglicht.

Ich gebe zu, die Produkte sind nicht neu. Doch nach einigen Anfragen, habe ich diese beiden Empfänger endlich für einen Test organisiert.

Die beiden Remote-Trigger RSU-N und DA-O-N für den Nikonos-Anschluss

Die beiden Remote-Trigger RSU-N und DA-O-N für den Nikonos-Anschluss

Im Gespräch mit Matthias Heinrichs, erklärt mir der Entwickler und Inhaber den Unterschied zwischen den beiden Steuerungs-Elementen. So ist die RSU vor allem für das indirekte Blitzen (Remote Slave) geeignet. Die Reichweite beträgt im klaren Wasser bis zu 50 Meter.

Der Digital-Adapter basiert auf einer anderen Technologie, weshalb die Reichweite hier stark eingeschränkt ist. Dafür ist der DA-O in der Lage auf kurze Distanz auch die geforderte TTL-Leistung zu erfassen und zu reproduzieren.

Ein ausführlicher Test und Bericht folgt.

Selbst wenn dieses Jahr nicht so viele Neuerungen präsentiert wurden, hat sich die Boot für mich, doch gelohnt. So sind in Gesprächen mit anderen Fotografen, Ideen für neue Artikel aufgekommen. Auch werden in den nächsten Wochen einige neue Produkt-Tests veröffentlicht.

Bleib gespannt.

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