Backup-Lösung WD My Passport Wireless SSD im Test

Die letzten zwei Wochen hatte ich die WD My Passport Wireless SSD im Haus. Dabei handelt es sich um eine Festplatte mit integriertem Akku, mit der es möglich ist, die eigenen Bilder direkt von der Speicherkarte zu sichern.

Das getestete Modell mit 500GB stellt dabei die kleinste erhältliche Version dar und ist auf Amazon für stolze 295€ erhältlicha. Zusätzlich sind noch eine 1TB und 2TB Variante erhältlich.

 

Erster Eindruck

Nachdem mittlerweile USB-Sticks mit 256 Gigabyte verfügbar sind, war ich von der Größe des My Passport Wireless SSD etwas unangenehm überrascht. Das Gerät ist etwa so groß wie eine klassische 3,5 Zoll Festplatte und mit dem integrierten Akku nur unwesentlich leichter.

Auf Reisen mit dem Auto oder dem Flugzeug fallen diese 450g nicht besonders ins Gewicht, zumal sich die Platte bequem verstauen lässt. Doch auf mehrtägigen Wanderungen, bei denen es auf jedes Gramm ankommt, würde ich die Daten eher auf der Speicherkarte meines Smartphones sichern (per USB OTG Kartenlesera).

Trotzdem hat das Gerät und die Größe seine Berechtigung, wie sich im Verlauf des Tests zeigen wird.

Ansonsten weckt das Gerät beim Auspacken Kindheitserinnerungen. Der weiche Silikonring, der schützend um das Gerät liegt, riecht wie eine Knete, die wir als Kinder zum Spielen besaßen.

 

Schutz und Anschlüsse

Bleiben wir mal zunächst bei der Gummihülle. Diese ist wesentlich weicher, als ich erwartet hätte. Auf Fotos sieht der Ring aus, als wäre er aus Vollgummi.
Tatsächlich besteht der besonders flexible Rahmen aus einem weichen Silikon, das sich leicht verformen und so auch abnehmen lässt. Auf diese Weise kann das Gerät bequem gereinigt werden.

Anschlüsse und Tasten der WD My Passport Wireless SSD

Anschlüsse und Tasten der WD My Passport Wireless SSD

Gleichzeitig bietet der Ring gerade auf glatten Oberflächen wie einem Tisch oder auf dem Armaturenbrett im Auto einen guten Halt.
Außerdem werden die Anschlüsse der Wireless SSD dadurch etwas nach hinten versetzt. So sind die Anschlüsse und Ecken bei einem Aufprall gut geschützt.

Auch das Innenleben der Speicherlösung ist für den raueren Alltag geeignet. Statt einer klassischen Festplatte mit mechanischen Elementen, kommt hier eine SSD zum Einsatz.
Diese benötigt nicht nur weniger Strom als die mechanischen Geschwister, sondern ist auch resistent gegenüber Erschütterungen und kann in jeder Lage (z.B. im Rucksack steckend) ausgelesen werden.

SD-Karten-Fach an der Festplatte

SD-Karten-Fach an der Festplatte

Auch die SD-Kartea kann bei einem Sturz nicht abbrechen. Diese ist während des Sicherungsvorgangs komplett im Gehäuse versenkt und muss erst mechanisch wieder entriegelt werden.

Neben dem SD-Karten Einschub, stehen dem Nutzer auch ein normaler USB-Anschluss für zusätzliche Geräte und ein USB-3 Festplatten-Anschluss zur Verfügung.

Über letzteren kann die Festplatte am PC ausgelesen und auch geladen werden. Durch den Begrenzten Ladestrom der USB-Buchsen eines PC, sollte besser der mitgelieferte Ladestecker mit 2.4 Ampere zum Einsatz kommen.

Trotzdem vermisse ich Speicherkartenschächte für CF und CFast Karten, die gerade bei professionellen Kameras zum Einsatz kommen. Diese können zwar auch auf die Wireless SSD gesichert werden. Allerdings ist dazu ein separates Kartenlesegerät notwendig, das per USB an die SSD angeschlossen wird.

 

Akku und Laufzeit

Über den USB-Anschluss, der für Kartenlesegeräte nutzbar ist, können auch zusätzliche Geräte wie Smartphones oder die Kamera, geladen werden.

Bei vollem Akkustand liegt die Laufzeit bei etwa 6 Stunden. Während dieser Zeit können Daten per SD-Karte und/oder W-LAN kopiert und gesichert werden. Damit reicht eine Akkuladung mit nur kurzfristigem Einsatz der kabellosen Datenübertragung bequem für mehrere Tage mit einzelnen kurzen Datensicherungen.

Werden jedoch zusätzliche Geräte wie das Smartphone über die My Passport Wireless SSD geladen, verkürzt sich die Akkulaufzeit spürbar.

Außerdem ergeben sich durch die Bauweise der Festplatte zwei Nachteile an dem Gerät.
Zum einen ist es nicht möglich, die Akkus der Festplatte bei einem Defekt selbst zu wechseln. Das Gehäuse ist fest verschweißt und kann so durch den Nutzer nicht geöffnet werden.

Außerdem kann die Wireless-Funktion der SSD nicht abgeschalten werden um Strom zu sparen.

 

Sicherung einer SD-Karte mit der WD My Passport Wireless SSD

LED-Signale der Wireless SSD

Mit nur zwei Tasten ist die WD My Passport Wireless SSD überaus intuitiv. Das bewies sich schon bei der ersten Verwendung der Platte.
„Mein“ Gerät war, als ich es erhielt schon geladen. Entsprechend konnte ich die SSD direkt einschalten.
Keine fünf Sekunden später leuchteten sämtliche Lämpchen blau – wie in der Kurzanleitung beschrieben – und signalisieren mir so die Bereitschaft.

Das war alles?
Scheinbar.

Also folgte der erste Test, für den ich eine möglichst volle Speicherkarte aus meinem Fotorucksack herauskramte.

Auch dieser Sicherungsvorgang war so einfach wie das Einschalten.
Karte Rein, Taste drücken, warten.

Prompt fing das Lämpchen der My Passport Wireless SSD und an zu blinken.
Die Karte wurde anstandslos kopiert und die vier LEDs signalisierten den Fortschritt der Übertragung.

Bei einer fast vollen 16GB Karte dauerte der Vorgang etwas weniger als 4 Min ?! Nicht schlecht.
Und damit war der Zauber auch schon vorbei.

Kein „Plöng“, kein „Tätärätä“ – Die Statusanzeige leuchtet auf und das wars.

 

Check mit der My Passport App

Um die Datensicherung zu überprüfen installierte ich mir die WD My Drive App ( Android | iOS ) auf dem Smartphone. Auch das war kein Problem.

Mit dem mitgelieferten W-Lan Key und der integrierten WiFi Funktion war ich in weniger als einer Minute mit der Festplatte verbunden. Hierfür werden zwei W-Lan Accesspoints angeboten. Einer mit 2,4 GHz und ein weiterer mit 5GHz.

Ich entschied mich zunächst für die 2,4 GHz Variante. Die Verbindung war zwar stabil aber extrem langsam. Erst nach einem Wechsel auf das 5GHz Netz war die Datenübertragung etwas schneller. Aber wirklich komfortabel lassen sich RAW-Dateien auch mit diesem Übertragungsstandard nicht öffnen. Die Übertragungsgeschwindigkeit lag bei durchschnittlich 6,5 Megabyte pro Sekunde.
Aber wenn ich die Daten später auf dem PC sichern würde, sollte sowieso die Kabelgestützte Variante zum Einsatz kommen. (Diese ist auch wirklich super schnell 370MB/s)

Trotzdem konnte ich die Daten der Platte unkompliziert mit dem Smartphone auslesen und meine Sicherungskopie überprüfen. Die Daten wurden wirklich mit einem einzigen Tastendruck gesichert.

Mit zwei weiteren Speicherkartena machte ich weitere Versuche, die ebenso fehlerfrei verliefen.
Hierfür wurde für jede Speicher ein eigener Ordner auf der Wireless SSD angelegt. Wird die gleiche Karte nochmals eingelegt werden die vorhandenen Daten nur ergänzt. Es wird jedoch keine komplette neue Kopie gezogen. —> Standard-Einstellung – komplett neue Kopie auch möglich

 

Die WD My Passport App

Für einen technisch interessierten Nutzer, ist die App für den Zugriff auf die My Passport Wireless SSD selbsterklärend.
Positiv überrascht war ich von einer integrierten Funktion der SSD.
So werden beim Aufrufen von RAW-Files die Bilder ausgelesen und mit einem Entwicklermodul der MyPassport entwickelt. So stehen zum Durchsuchen der RAW-Dateien direkt Thumbnails als JPG-Dateien bereit.

Interessant ist auch, dass mehrere Nutzer selbst in der Wildnis parallel an den Daten arbeiten können. Das macht die Platte gerade für Teams interessant, die Bild und Videobeiträge gleichermaßen erstellen.

Leider lassen sich die Daten auf der Festplatte nicht über verschiedene Benutzerkonten sichern. Das bedeutet jeder Nutzer kann, mit der entsprechenden App und dem W-LAN Passwort sämtliche Daten von der Wireless SSD einsehen und sogar löschen.

Ein Gedanke zu „Backup-Lösung WD My Passport Wireless SSD im Test

  1. Hallo, ich habe das Vorgänger-Modell mit HDD seit fast 3 Jahren im Einsatz und nicht nur zum Sichern von Fotos und Videos.
    Ich habe auch Musik und Filme auf der Festplatte. Die ich über die WLAN Verbindung streamen kann.
    Des Weiteren gibt es zwei WLAN -Modi: einmal erzeugen eines eigenen WLAN und zum Zweiten die Möglichkeit die Festplatte in ein vorhandenes WLAN einzubinden.
    Also von mir gibt’s auch 4 Sterne.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.