Unterwasserblitz - Sea&Sea YS-D2 (gelbe Version)
Test und Erfahrungsbericht

Über mehrere Jahre hinweg wurden die Sea&Sea YS-D2 Blitze in China gefertigt. Zuletzt kam es immer wieder zu Problemen mit der Elektronik der Geräte. Um die Qualität wieder zu steigern, entschied sich der japanische Hersteller dafür, die Produktion zurück ins eigene Land zu holen.

Auf den Ersten Blick scheint der Unterschied zwischen dem schwarzen und dem gelben Modell nur marginal zu sein. Im Test zeigt sich aber schon bald: Die japanische Version ist wesentlich zuverlässiger als der chinesische Vorgänger.

Mehr dazu im Erfahrungsbericht weiter unten.

 
 
 
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Technische Daten

Unterwasserblitz - Sea&Sea - YS-D2 (gelbe Version)
Leuchtmittel1 Blitzröhren in Stabform
Leitzahl32
Lichtfarbe5600 K
Abstrahlwinkel80 ° ohne Diffusor
100° bei 5400K (mit 1. Diffusor)
120° bei 5400K (mit 2. Diffusor)
Optionale LichtformerSnoots, Farbfilterhalter,
Anschlüsse
OptischSea&Sea
ElektronischSea&Sea 5 Pin
Blitz-Steuerung
Manuell11 Stufen in 1/3 Blendenschritten
TTL / S-TTL11 Stufen in 1/3 Blendenschritten
Fokuslicht / Modeling Light
LeistungLED | 300 Lumen | 30°
Auto-Off FunktionJa
Stromversorgung
Akku-Typ4x AA-Akkus
Auslösungen unter Vollast200 Blitze
BatteriefachDirekt integriert; gekapselt
Haptik
Material GehäuseABS / Polycarbonat (Gelb)
Material FrontscheibePolyacryl
Dichtung1 O-Ring
BedienfeldBeleuchtete Beschriftung und Knöpfe
Tauchtiefe100 m
GewichtAn Land: 630 g
Abtrieb: 40g
Abmessungen138 x 145 x 200 mm
LieferumfangBlitz, Diffusoren, Ersatz O-Ringe, Silikonfett, Kugeladapter, YS-Adapter,
Optionales ZubehörErsatz-Akkus, Ladegerät, Snoot, Farbfilter, Anschlusskabel, Ersatz O-Ringe,
BesonderheitenMade in Japan
Preis699€
KaufenHydronalin.eua
Bedienungsanleitunghier herunterladen


Test und Erfahrungen zum Sea&Sea YS-D2

Still und nimmt die Firma Sea&Sea YS-D2 aus dem Programm. Kurz darauf wird er durch das neue gelbe Modell ersetzt. Warum sollte der Hersteller auch groß ankündigen, dass bei einigen Einheiten des Vorgängermodells, Probleme mit der Elektronik auftraten?

Aus diesem Grund wurde aber auch nur wenig über die Anpassungen innerhalb der neuen Generation verlautet.
In der Tat hat sich nicht viel verändert. Trotzdem hat das Elektronik-Update neben einer höheren Zuverlässigkeit auch zu einer Verbesserung der Belichtungsberechnung geführt.

Mittlerweile liegen nun etwa zehn Tauchgänge mit der japanischen Version hinter mir und bin sehr positiv überrascht.

 

Optik und Aufbau

Wie schon erwähnt ist die Neuauflage des YS-D2 deutlich anhand der gelben Beschriftung zu erkennen. Die Gehäuseform und Größe hat sich im Vergleich zum schwarzen Modell nicht verändert.
Somit lässt sich Zubehör des ersten Modells, wie Snoots oder Filter, problemlos weiterverwenden.

Vergleich YS-D2 China und Japan version (schwarz und gelb)

Die neue gelbe Japan-Version hat die selbe Farbgebung wie der YS-D1

Kleinere optische Unterschiede finden sich in der Kunststoff-Verarbeitung. Einige Gehäuseteile scheinen minimal anders geformt zu sein. Doch der Aufbau des Blitzes bleibt grundsätzlich gleich.

 

Bedienung

Bedienelemente des YS-D2 Japan

Die Bedienelemente des YS-D2 sind recht klein aber trotzdem gut ablesbar

Die Steuerung des Blitzes erfolgt über zwei Drehregler auf der Rückseite. Der linke Knopf steuert die Auswahl des Blitzmodus, während die Leistung über den rechten Drehregler angepasst werden kann.

Wie schon beim Vorgänger sind die Bedienelemente an der Rückseite etwas klein. Gerade mit weichen Trockentauch-Handschuhen ist die Bedienung etwas mühselig.
Hier ist die Bedienung der INON Geräte etwas komfortabler.

Dafür wird, anders als an den Geräten von INON, der jeweils ausgewählte Blitzmodus mit anderen Beleuchtungsfarbe auf der Rückseite des Gehäuses signalisiert.
Auf diese Weise sind die Bedienelemente auch bei Nachttauchgängen klar und deutlich erkennbar.

 

Anschlüsse und Ansteuerung

Wie schon der schwarze Vorgänger, kommt auch der neue YS-D2 mit zwei verschiedenen Anschlüssen. Die elektronische Verbindung erfolgt über einen 5-Poligen Sea&Sea Stecker. Dieser befindet sich hinter dem Montagepunkt für den Kugeladapter und wird durch eine Verschlusskappe abgedichtet.

Auch beim optischen Lichtleiteranschluss setzt der Hersteller auf den eigenen Standard.
Eine entsprechende Buchse wurde vor dem Kugeladapter platziert und wird durch eine kleine federnde Klappe verschlossen. Diese zurückgesetzte Bauweise soll dafür sorgen, dass der Blitz nur durch die eigene Kamera ausgelöst werden kann. Zusätzlich lassen sich weitere Blitze über eine zweite Buchse unterhalb der Blitzröhre anschließen.

Sea&Sea YS-D2 anschlüsse 5-Polig und optisches Lichtleiterkabel

Der YS-D2 kann sowohl elektronisch als auch über ein Lichtleiterkabel ausgelöst werden

 

Erste Tests der Belichtungsmessung

Schon bei meinen ersten Versuchen im Hallenbad zeigte sich, dass der neue YS-D2 einen deutlich zuverlässigeren TTL-Modus besitzt. Dabei scheint die neue Elektronik auch die qualitativen Unterschiede der Lichtleiter korrekt zu ermitteln. Mit der TTL-Messung waren die ersten Bilder korrekt belichtet. Auch die folgenden Tauchgänge im Freiwasser bestätigten den Eindruck und die Ergebnisse ließen sich problemlos reproduzieren.

Sea&Sea YS-D2 Made in Japan Gelbe Version Unterwasserblitz Unterwasserfotografie

Die rückwärtige Beleuchtung zeigt den Blitzmodus an

 
Kommt ein optisches Glasfaserkabel zum Einsatz, stehen Folgende Modi zur Auswahl:
 

M (mit Vorblitz) (orange leuchtend)

Die meisten Kameras mit integriertem Blitz setzen bei der Messung der Blitzleistung auf die TTL-Methode.
Dabei wird vor dem eigentlichen Blitz ein sogenannter Vorblitz ausgesandt, den der Sea&Sea in diesem Fall ingnoriert. Erst auf den folgenden Hauptblitz wird der YS-D2 mit der voreingestellten Leistung gezündet.

M (ohne Vorblitz) (grün leuchtend)

Einige andere Kameras bieten die Möglichkeit den Vorblitz abzuschalten um mit einer festgelegten Leistung zu blitzen. Hier zündet der YS-D2 auf den ersten Lichtimpuls, den er von der Kamera erhält. Dieser Modus ist nicht mit Kameras kompatibel, die einen Vorblitz aussenden. Der YS-D2 zündet entsprechend zu früh und ist im Bild nicht zu sehen.

DS-TTL (hellblau leuchtend)

Dieser Modus ermöglicht die in der Kamera integrierte TTL-Messung während des Auslösevorgangs. Dabei wird die Leistung des Kamera-internen Blitzes automatisch gemessen und reproduziert.
Im Nahbereich bis zu einem Meter funktioniert der TTL Modus einwandfrei. Bei Größeren Abständen muss die Leistung am Blitz oder in der Kamera etwas nach oben geregelt werden.
Wird der TTL-Modus am YS-D2 genutzt, kann die Abgegebene Leistung mit +- 2 Blendenstufen im TTL Modus angepasst werden. Damit erhält man die Option auch bei der Nutzung der Blitzautomatik gezielt einzugreifen.

Die DS-TTL Funktion ist nicht mit allen Kameras (vor allem den älteren) nutzbar. Um den YS-D2 mit älteren Geräten kompatibel zu machen, kann der Blitz in den einfachen Slave-TTL Modus umgeschalten werden. Dazu wird die Taste des Fokuslichts für drei Sekunden gedrückt. Dabei wechselt die Beleuchtung auf der Rückseite des Geräts in ein dunkleres blau.

Wird der Slave Modus genutzt, ist keine manuelle Leistungskorrektur am Blitz möglich!

 

Ausleuchtung

Mit einem Abstrahlwinkel von 80° ist bringt der YS-D2 sehr viel Lichtleistung auf einen kleinen Punkt. Soll eine größere Fläche ausgeleuchtet werden, kommen die mitgelieferten Diffusoren zum Einsatz. Bei mir haben sich die Diffusoren mit 120 bewährt und liefern ein deutlich weicheres und etwas wärmeres Licht.
Allerdings haben die Diffusoren einen entscheidenden Nachteil. Durch die Streuscheiben geht für die Belichtung fast eine Blende verloren. Der Blitz hat mit dem 120° Aufsatz nur noch eine Leitzahl von 24 statt 32.

Damit ist der YS-D2 etwas schwächer als der neue Z-330 von INON. Trotzdem bin ich mit der Leistung und der Lichtverteilung zufrieden.

 

Beispielbilder

Fokuslicht

Wie die meisten anderen guten Blitze, wartet auch der YS-D2 mit einem integrierten LED-Fokuslicht auf.
Um genau zu sein, dienen die LEDs nicht dem korrekten Fokussieren der Lampen. Vielmehr helfen die kleinen Lichtquellen beim Ausrichten der Blitze. Gerade beim Einsatz von Krativtechniken wie dem Streiflicht oder der Nutzung eines Snoots, ist der Lichtschein überaus hilfreich.

Auch mit aufgesetztem Diffusor ist das Fokuslicht noch klar und gerichtet. Hier sorgt eine Aussparung im Diffusor dafür, dass die Leistung des Fokuslichts nicht reduziert wird.
Für Nachttauchgänge kann in die Öffnung der Diffusoren eine rote Linse gepresst werden. Mit dieser wird das Modelling-Licht gefärbt und wird von den nachtaktiven Tieren weniger wahrgenommen.
Trotzdem leuchten die LEDs an den Seiten des Linsenelements vorbei und hellen das Wasser in einem dezenten Weiß auf.
Die Idee ist gut. Nur die Umsetzung ist nicht optimal gelungen.

Bevor die Frage aufkommt: Auch wenn die LEDs für unsere Augen überaus hell scheinen, ersetzen die Fokuslichter mit Leistung von 300 Lumen keine Videolampe!

 

Dichtung

Dichtsystem des Sea&Sea YS-D2

Das gekapselte Batteriefach wird mit einem einzelnen O-Ring abgedichtet

Warum das Rad neu erfinden?

Die Dichtung der Sea&Sea Blitze war bisher nie ein Problem. Entsprechend wird auch das Batteriefach des YS-D2 mit einem einzelnen O-Ring im Deckel, verschlossen. Anders als bei den Pendants von INON werden hier in der Verschlusskappe die Batteriekontakte sowie der O-Ring vereint. Damit gibt es zwei Kleinteile weniger, die verloren gehen können.

Einen weiteren Pluspunkt sammelt der YS-D2 mit der Versiegelung des Akkufachs. Zwar sind bei einem Wassereinbruch die vier AA-Batterien defekt. Doch zur empfindlichen Elektronik dringt keine Flüssigkeit vor.

 

Erweiterbarkeit und weitere Eigenschaften

Leider bietet der Hersteller selbst, bis auf die Diffusoren kein Zubehör für den YS-D2 an.

Trotzdem sind auch für die Blitze von Sea&Sea verschiedene Zubehörteile von Drittherstellern erhältlich.
Snoots gibt es von Retra UWT, 10Bar, Reefnet und Mangrove.
Einen speziellen Dome-Diffusor gibt es von Onderwaterhuis.

 

Der Sea&Sea YS-D2 (Gelb) im Test
  • Blitzleistung und Wiederaufladezeit
  • Leuchtbild und Winkel
  • Vorblitz und Steuerung
  • Anschlüsse
  • Fokuslicht
  • Haptik und Tauchtiefe
  • Bedienung
  • Akkus und Batteriefach
  • Erweiterbarkeit
  • Preis / Leistung
4.1

Kurzfassung

In der Summe ist der Sea&Sea YS-D2 ein großartiger Blitz, mit dem die meisten Foto-Situationen bewältigt werden können. Mit seiner hohen Leistung ist er auch für Aufnahmen im Gegenlicht sehr gut geeignet.
Leider ist der Blitz auf Diffusoren angewiesen, um einen breiten Abstrahlwinkel zu erreichen. Das macht den YS-D2 nicht zum idealen Blitz für indirektes, hartes Licht, wie es Höhlentaucher und Wrack-Fotografen gerne einsetzen.

Im Nahbereich bis etwa anderthalb Meter ist der Blitz dafür umso besser. Die TTL-Messung erfolgt sehr zuverlässig und kann bequem in der Leistung angepasst werden.
Sollte es die Situation erfordern kann der YS-D2 im Handumdrehen auch in den manuellen Modus versetzt werden, der dank der Vorblitz-Unterstützung mit (fast) allen Kameras zurecht kommt.

Wer also noch keinen Blitz besitzt und ein etwas stärkeres Einsteiger-Modell sucht, ist mit dem YS-D2 gut beraten.

Lohnt es, den alten YS-D2 zu verkaufen und sich den neuen Anzuschaffen?

  • Für Fotografen, die ihre Kamera nur gelegentlich im Urlaub versenken, wird sich der Tausch kaum lohnen.
  • Wer den YS-D2 hingegen regelmäßig im Einsatz hat, wird sich über die Zuverlässigkeit der japanischen Version freuen. Hinzu kommt die verbesserte TTL-Funktionalität, die das Fotografieren mit dem gelben Blitz wesentlich vereinfacht und konsistente Ergebnisse liefert.

 


 
Der Blitz kann bei Hydronalin bestellt werden.

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