Messmethoden

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Eine der größten Schwierigkeiten in der Unterwasserfotografie, ist die korrekte Belichtung bei ständig wechselnden Lichtverhältnissen. Auch wenn die Hersteller immer intelligentere Automatikmodi entwickeln, weiß die Kamera trotzdem nicht, welche Bildbereiche für dich interessant sind und welche nicht.

Um der Kamera mitzuteilen, welchen Bildbereiche in der Belichtungsmessung besondere Beachtung geschenkt werden soll, kannst du auf verschiedene sogenannte Messmethoden zurückgreifen.

Die Messmethoden die dir deine Kamera anbietet, sind Algorithmen, die versuchen die Belichtung anhand fest eingestellter Bezugspunkte und Felder im Bild zu bewerten.
Und gerade unter Wasser ist es wichtig, die richtige Belichtungsmessung zu verwenden, denn nicht jede Messmethode macht in jeder Lichtsituation Sinn.

 

Mehrfeld- oder Matrixmessung

Symbol der Mehrfeldmessung Messmethoden

Symbol der Mehrfeldmessung

Die Mehrfeldmessung ist die Standardeinstellung der meisten Kameras.
Hierbei wird die Helligkeit über das Gesamte Bild gleichmäßig beurteilt und ein Mittelwert gebildet, der ausschlaggebend für die Belichtung ist.

Dieser Modus empfiehlt sich besonders für Situationen in denen die Helligkeit über das gesamte Bild recht gleichmäßig ist, also kein Gegenlicht oder harte Kontraste auftreten. Dies ist bei Bildern gegen den Sandboden oder den meisten Makro-Aufnahmen der Fall. Würdest du hingegen einen Fisch bei einem Nachttauchgang gegen das Wasser ablichten, wäre der Fisch mit hoher Wahrscheinlichkeit überbelichtet.

Blaupunktrochen | Jean François Weber

Beispiel für den Einsatz Mehrfeldmessung:

Hier ist die Belichtung über den gesamten Bildbereich sehr ähnlich. Der Blaupunktrochen fügt sich farblich und auch von der Helligkeit in die Umgebung ein. Die Kamera bildet nun einen Mittelwert der Helligkeit, der aus der Situation heraus etwa dem des Rochens entspricht. Deshalb wird das Bild auch mit der Mehrfeldmessung korrekt belichtet. Würde es sich statt des Rochens um eine dunkle Muräne vor dem hellen Hintergrund handeln, müsste man die Belichtung eventuell manuell etwas anheben, um die Strukturen auf der Haut herauszuarbeiten.

Mittenbetonte oder Integral-Messung

Mittenbetonte Messung

Mittenbetonte Messung

Die Integralmessung ist eine Messmethode, die auf ihrer universellen Anwendungsmöglichkeiten schon bei analogen Kameras zum Einsatz kam.
So wird wie bei der Mehrfeldmessung das gesamte Bild in die Belichtungsmessung einbezogen. Dabei wird die Bildmitte bei der Messung entsprechend stärker berücksichtigt.

Damit ist diese Messmethode vor allem für den Blitzeinsatz und im Nahbereich oft die erste Wahl.

Mittenbetonte Messung

Beispiel für den Einsatz der Integralmessung:

Hier ist ein dunkler Baumstamm vor hellem Hintergrund zu sehen, bei dem eine Belichtung mit der Mehrfeldmessung zu einem deutlich dunkleren Ergebnis führen würde.

Die Integralmessung schenkt der Mitte mehr Beachtung, als den äußeren Bereichen was dazu führt, dass der Baumstamm korrekt belichtet wird und der Hintergrund nur eine untergeordnete Rolle spielt.

 

Spot- und Selektivmessung

Symbol der Selektivmessung

Symbol der Selektivmessung

Die Selektivmessung beachtet bei der Belichtungsmessung nur einen sehr kleinen Teil des Fotos. So werden nur 8-10% des Sucherbereichs zur Messung herangezogen. Die Spotmessung reduziert diesen Wert noch weiter auf etwa 3-5%. Dieser Modus ist jedoch nicht in jeder Kamera verfügbar.

Mit diesem kleinen Messbereich ist diese Messmethode sowohl für Gegenlichtanwendungen als auch bei der Verwendung eines Blitzgeräts vor z.B. einem tiefblauen Meereshintergrund geeignet. Gerade bei Objekten mit starken Kontrasten oder dunklem Hintergrund kann die Selektivmessung zu besser belichteten Bildern führen.

Auch beim Einsatz einer Taucherlampe ist die Spotmessung oft unerlässlich. Normale Tauchlampen produzieren meist einen relativ engen Lichtkegel (weniger als 60°). Dieser führt in Kombination mit der Mehrfeldmessung oft zu einer Überbelichtung im Lichtkegel.

So praktisch diese beiden Messmethoden sind, haben sie einen entscheidenden Nachteil. Bei der Verwendung des One-Shot Modus / Einzelbild-AF, muss das Objekt erst korrekt gemessen werden, um die Kamera anschließend zur Bildgestaltung mit halb durchgedrücktem Auslöser zu verschwenken.

Qualle im Gegenlicht | Jean-François Weber

Beispiel für den Einsatz der Slektivmessung:

In diesem Bild scheint die Sonne durch die Wasseroberfläche direkt von oben auf die Qualle. Um das Tier optisch hervorzuheben hat der Fotograf die Sonne direkt durch die Qualle scheinen lassen. So sitzt die hellste Stelle direkt auf dem Gallertkörper und lenkt den Blick in ebendiese Richtung.
Um die Qualle nicht überzubelichten kam eine Selektivmessung zum Einsatz, die das Tier korrekt belichtet und das Wasser neben dem Objekt gleichzeitig abdunkelt.

 

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