TTL und S-TTL

Was ist TTL?

Steuerung YD-D2

Steuerung YD-D2

TTL (Through the Lens) ist eine automatische Messmethode zur Blitzbelichtung, bei der die Lichtmenge mit Hilfe des Sensors bestimmt wird. Diese Methode findet sowohl bei integrierten Blitzen in Kompaktkameras als auch den Systemblitzen der DSLRs Anwendung. Dabei entwickelt hier jeder Kamerahersteller sein eigenes Kommunikationsprotokoll.

Funktionsweise:

Bei der TTL-Messung wird vor dem eigentlichen Blitz ein einzelner oder auch eine Reihe von Vorblitzen gezündet. Mit diesem kurzen Lichtimpuls berechnet die Kamera in Bruchteilen einer Sekunde die notwendige Blitzleistung für ein korrekt belichtetes Bild.

TTL

Interner Kamerablitz mit TTL-Berechnung

Moderne Kameras beziehen bei der Messung auch die Entfernungsdaten des Autofokussystems mit
ein, was schneller zu besseren Ergebnissen führt.

Ist die Messung abgeschlossen zündet die Kamera den Hauptblitz mit der errechneten notwendigen Leistung und belichtet das Bild.

Elektronisches TTL unter Wasser

UW-Technics TTL-Converter

UW-Technics TTL-Converter

Einige Kompaktkameras und vor allem digitale Spiegelreflexkameras weisen einen Blitzschuh auf, mit dem die Verwendung der elektronischen TTL-Steuerung möglich ist. Hierbei wird die Verbindung zwischen Blitz und Kamera über ein fünfpoliges Kabel hergestellt. Mittlerweile setzen die Blitz- und Gehäusehersteller jedoch lieber auf den optischen Übertragungsstandard, da dieser weniger Anfällig für Wassereinbrüche ist. Dafür stehen für Spiegelreflexkameras ohne internen Blitz optische TTL-Konverter zur Verfügung.

 

S-TTL (Slave-TTL)

Viele Unterwasserblitze tragen die erweiterte Bezeichnung S-TTL. Diese Funktion kann auch als TTL mit optischer Synchronisation bezeichnet werden.

Dabei wird der Kamerainterne Blitz nicht als Lichtquelle verwendet, sondern kommt als Steuerung und Auslöser für das externe Blitzgerät zum Einsatz.

Funktionsweise:

Die Arbeitsweise der TTL-Messung mit einem S-TTL fähigen Gerät funktioniert prinzipiell genauso, wie beim Einsatz des internen Blitzes der Kamera. Eine Ansteuerung ist jedoch nur mit einem internen Blitz und der Verwendung von Lichtleiterkabeln möglich.

S-TTL mit Vorblitzfunktion

S-TTL mit Vorblitzfunktion

Drückt der Benutzer den Auslöser der Kamera durch, wird ein Vorblitz erzeugt. Dieser wird über das angeschlossene Glasfaserkabel an den externen Blitz übertragen und löst damit eine Kopie des Vorblitzes aus.

Das Licht des nun erzeugten Vorblitzes fällt auf das zu beleuchtende Objekt und wird auf den Sensor der Kamera zurückgeworfen.
Diese errechnet nun anhand der ermittelten Werte die notwendige Blitzleistung um das Objekt korrekt zu belichten.

Nun zündet die Kamera den eigentlichen Hauptblitz, der wieder per Lichtleiter an den zusätzlichen Blitz übertragen wird. Auch dieser Blitz wird vom externen Gerät registriert und belichtet mit dem Zünden der eigenen Blitzröhre das angestrahlte Objekt.

Vorteile

Die Einstellung im S-TTL-Modus erfolgt meist schnell und unkompliziert. Darüberhinaus ist der TTL-Modus mit einer beliebigen Anzahl an Blitzgeräten, Blitzvorsätzen wie Snoots oder Diffusoren, kompatibel. Die Kamera misst die Belichtung aller angeschlossenen Blitze und passt die Leistung entsprechend an.

Probleme

Nicht jeder Blitz kann bei der Verwendung des S-TTL-Modus in der Leistung angepasst werden. Manche Hersteller bieten hier einen zusätzlichen Modus an, in dem die Blitzleistung des TTL-Modus verringert werden kann. Ist dies nicht möglich, kann bei manchen Kameras die Blitzbelichtungs-Kompensation im Menü angepasst werden.

Wann macht TTL sinn?

Der Einsatz der automatischen Blitzbelichtung ist dann sinnvoll, wenn der durch den Blitz belichtete Anteil etwa ein Drittel des Bildes ausmacht. Dies ist vor allem im Nah- und Makrobereich der Fall. Hier kann die Kamera die abgegebene Lichtmenge mit Hilfe des Sensors zuverlässig messen.
Für Weitwinkelaufnahmen sollte besser der manuelle Blitzmodus zum Einsatz kommen.

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