Der Unterwasserblitz INON Z-330 im Test

Was für ein schönes Weihnachtsgeschenk uns INON da macht. Mit dem Z-330 erscheint genau am 24. Dezember 2017 der Nachfolger des beliebten Unterwasserblitzes Z-240.

Ich habe den Blitz dankenswerterweise von Hydronalin zum Testen ausgeliehen bekommen.

Und vorab kann ich sagen – der neue Z-330 macht eine sehr gute Figur und meinem YS-D2 ernsthafte Konkurrenz.

 

Technische Daten

INON Z-330 Unterwasserblitz mit digitaler S-TTL Steuerung

Blitz
Blitzröhren: 2 in Stabform
Leitzahl: 33
Abstrahlwinkel: 100°
Fokuslampe: 220 Lumen 30° Fokuslicht mit Auto-Off Funktion
Blitzsteuerung: S-TTL und Manuell mit 13 Stufen

Haptik und Optik
Material (Gehäuse): Polycarbonat
Material (Dome): Poly-Acryl
Farbe: DDR-Grau
Nachleuchtende Beschriftung und Tasten
Verbesserte intuitive Bedienelemente
Anschluss: INON Optischer Anschluss und elektrisch
Gewicht an Land: 840g (mit Akkus)
Gewicht im Wasser: ca. 70g

Sonstiges
Stromversorgung: 4x AA-Akkus (Eneloop empfohlen)
Batteriefach: Abgesetzt; nicht gekapselt
Tauchtiefe: 100m
Dichtung: 1 O-Ring
Besonderheiten: Integriertes Kühlsystem um die Abwärme abzuführen, Blenschutz, viele aufschraubbare Filter

Lieferumfang
Blendschutz, Diffusor (Weich), Ersatz-O-Ringe, Silikonfett

Optionales Zubehör
Kugeladapter, Eneloop AA Akkus, Sea&Sea YS-Adapter, Lichtleiterkabel mit Anschluss für INON Blitze

 

Test und Erfahrungen zum INON Z-330

Inon Z-330 UnterwasserblitzAls ich den Z-330 das erste Mal in die Hand nahm, war ich etwas über das Design verwundert.
Hübsch ist wahrlich etwas anderes.

Da steckt aktuelle Technik in einem 70er Jahre Plastikgewand. Aber egal – das Ding soll ja blitzen und nicht selbst auf den Fotos sein.

Dafür fasst sich der neue INON-Blitz sehr gut an, wiegt aber mit Akkus und Kugeladapter knappe 80g mehr als mein YS-D2.

Auch von den Abmessungen her ist der Z-330 etwas kürzer als das Pendant von Sea&Sea, trägt dafür in der höhe etwa drei Zentimeter mehr auf.

 

Anschluss und Ansteuerung

Der INON Z-330 ist mit zwei verschiedenen Anschlussmöglichkeiten ausgestattet. An der Gehäuse-Unterseite befindet sich der optische Slave-Sensor, der sowohl über einen Glasfaser-Lichtleiter als auch kabellos angesprochen werden kann. Hier erfolgt die Leistungsanpassung über das sogenannte S-TTL System. Vor allem die kabellose Ansteuerung macht den Blitz für Model-Fotografen und Höhlentaucher interessant. Der verbaute Sensor ist so empfindlich, dass der Blitz selbst dann auslöst, wenn er das Licht anderer Blitze nur indirekt empfängt.

Eine weitere Anschlussmöglichkeit befindet sich an der Rückseite des Blitzgeräts. Hier hat der japanische Hersteller einen Elektronischen Nikonos N5 platziert.
Mit der Positionierung des Anschlusses an dieser Stelle sehe ich diesen Verbinder eher als eine Alibi-Schnittstelle. Denn während der optische Anschluss auf der Unterseite beim fotografieren nicht auffällt, stört das elektronische Kabel hingegen die Hand beim Einstellen des Blitzes deutlich.

Inon Z-330 Anschlüsse

 

Ausleuchtung

Positiv fällt mir der neue Dome vor den beiden Blitzröhren auf der Vorderseite auf. Was sich bei Keldan und Subtronic bewährt hat, kann auch für einen Blitz von INON nicht so verkehrt sein. 😉 Im Unterwasser-Test ist die Lichtverteilung ohne Diffusor, deutlich breiter und etwas gleichmäßiger als beim Vorgänger.

Die speziellen Fresnel-Linsen in Kombination mit dem Glasdome, vergrößern den Leuchtwinkel auf etwa 110 Grad, was auch die Ausleuchtung vieler Szenen mit nur einem einzelnen Blitz ermöglicht. Und das mit der maximalen Leitzahl von 33 – ohne zusätzlichen, Licht verschlingenden Diffusor. Dadurch ist der Z-330 vor allem für Unterwasserfotografen interessant, die nur auf einen Blitz zurückgreifen können oder wollen.

Der mitgelieferte Diffusor schluckt etwas mehr als 1/3 Blende, Licht. Gleichzeitig zeichnet er das Licht nochmals etwas weicher, was gerade bei der Beleuchtung einer Weitwinkelszene am Riff hilfreich sein kann. Auch die harten Schatten im Nahbereich werden ein wenig minimiert.

Leider hat der schön breite Leuchtwinkel auch seine Nachteile. Durch den vergrößerten Öffnungswinkel werden deutlich mehr unerwünschte Schwebeteilchen angeleuchtet als bei ähnlichen Blitzen mit kleinerem Winkel. Außerdem führt der Z-330 im Nahbereich zu einer sehr gleichmäßigen und großflächigen Beleuchtung, die sich nur schwer begrenzen lässt.

Eine Einengung des Leuchtwinkels ist mit dem mitgelieferten Blendschutz bis zu einem gewissen Grad möglich. Dieser Schirm, ähnlich einer Schlidmütze, kann durch sanftes drehen in die entsprechende Position gebracht werden. Einen Abstrahlwinkel von 90° oder weniger erreicht man mit dem Z-330 jedoch nur unter Zuhilfenahme optionaler Zubehörteile, wie Snoots oder selbstgebastelter Abschatter.

Damit ist der Blitz in meinen Augen, was die Leistung und der Abstrahlwinkel bestätigen, hauptsächlich für Weitwinkelaufnahmen konzipiert.

 

Fokuslicht

Bei den beiden Modellen Z-240 und D-2000 strahlt das Einstell-Licht, das mit einem einfachen Parabol-Reflektor versehen wurde etwas dezentral ab. Mit dem Z-330 ist das Fokuslicht zwar auch etwas außerhalb der optischen Achse platziert, wird jedoch mit einer Fresnellinse in die Blitzmitte gelenkt.

So ist das Hilfslicht bis zu einem Abstand von etwa 1,5m unter Wasser wirklich optimal mittig zu sehen. Bei einem Versuch im Pool war das Einstelllicht auch nach 4 Metern an der Wand noch zu sehen. Leider ist das Einstelllicht nicht dimmbar.

Auch ist es aufgrund der gewölbten Frontscheibe, bei dem neuen Inon-Blitz leider nicht möglich, ein rotes Fokuslicht zu nutzen.
Gerade die Fotografie scheuer Tiere wird mit dem Z-330 zur Herausforderung. Hier muss dann doch auf eine separate Fokuslampe zurückgegriffen werden.

Wie bei den Vorgängermodellen Z-240 und D-2000 rät der Hersteller aus thermischen Gründen, von einer dauerhaften Nutzung des Fokuslichts ab.

 

Bedienung

Insgesamt ist die Bedienung des INON Z-330 weitestgehend intuitiv. Die Drehregler sind groß und lassen sich auch mit Trockentauch-Handschuhen wunderbar bedienen. Allenfalls der Fokuslicht-Regler sollte möglichst vor dem Tauchgang schon in seine Position gedreht werden. Auch wenn es den Anschein erweckt, hat die Steuerung für das Fokuslicht nur zwei Modi.

In der ersten Einstellung (Knopf nur drücken), wird das Fokuslicht eingeschaltet. Nach 8 Sekunden oder einem erfolgten Blitz, bleibt das Fokuslicht ausgeschaltet.
Wird der Regler nach dem Hineindrücken jedoch gedreht, schaltet sich das Fokuslicht nach jedem Blitz wieder automatisch ein.

Modi des Z-330

Auf der Linken Seite oberhalb der kleinen Fokuslicht-Steuerung befindet sich der Haupt-Programmwahl-Regler. Hier stehen dir vier Modi zur Auswahl. S-TTL (normal), der für die automatische Belichtungssteuerung gedacht ist. Die S-TTL Low Stellung, bewirkt grundsätzlich das gleiche, während die reduzierte Blitzleistung der Kamera kompensiert wird.
Außerdem stehen zwei manuelle Modi zur Auswahl. Einer, in dem der Blitz immer mit der maximalen Leistung feuert, und ein anderer der über das rechte Einstellrad geregelt werden kann.

Warum hier ein separater Modus für die volle Leistung zum Einsatz kommt, ist mir schleierhaft.

Die Blitzbereitschaft und die Signalisierung einer korrekt erfolgten automatischen Belichtung werden wie beim Vorgänger über zwei kleine LEDs in der Mitte der Rückseite angezeigt.

Auch bei der Einstellung zum Vorblitz greift INON auf die Steuerelemente des Z-240 zurück. Damit ist der kleine Magnet, der beim S-2000 und D-2000 verloren gehen kann, hier fest verbaut.
Genauso wie beim Fokuslicht, wird hier der Regler zuerst hineingedrückt und anschließend mit einer Drehbewegung gesichert.

Auch über die Verwendung der Blitze bei schlechter Sicht und Nachttauchgängen haben sich die Entwickler bei INON nun Gedanken gemacht. So sind die rückwärtige Beschriftung und die Tasten als nachleuchtende Elemente ausgeführt.

Diese sind, nachdem sie für eine Minute angestrahlt wurden, etwa 10 Minuten gut ablesbar. Danach sollte die Fläche erneut angestrahlt werden.

Mit seiner farbig beleuchteten Bedienfläche hat allerdings der YS-D2 von Sea&Sea deutlich die Nase vorn.

 

Dichtung

Die Abdichtung des Batteriefachs erfolgt durch einen großen gelben O-Ring. Dieser kann durch die halbdurchsichtige Abdeckkappe nach dem Verschließen inspiziert werden. So lassen sich eventuelle Leckagen leichter beseitigen. Trotz des einzelnen O-Rings bescheinigt INON dem neuen Blitz eine maximale Tauchtiefe von 100m ohne weitere Sicherheitsmaßnahmen. Das macht den Z-330 zu einem Begleiter auch an tiefere Wracks.

Leider habe ich keine weiteren Information darüber, ob das Batteriefach vom eigentlichen Blitzgerät abgekapselt wurde. Wäre dem nicht so, könnte ein Wasserschaden neben den Akkus auch die empfindliche Blitz-Elektronik beschädigen. Dieses Problem trat bei einigen früheren Modellen immer wieder auf.

 

Erweiterbarkeit und weitere Eigenschaften

In Bezug auf die Erweiterbarkeit legt INON mit Hersteller eigenen Teilen nach und bringt neue Snoots und weitere Lichtformer auf den Markt, die sich über das Außengewinde des Blitzes anbringen lassen. Dazu muss der Ring mit der Abblend-Kappe vorsichtig heruntergedreht werden. Hier sollte nicht zu viel Druck aufgewendet werden, da sich der Kunststoffring leicht verformt und so viel zu schnell verkantet.

Leider passen an dem neuen Gewindeanschluss keine Zubehör-Teile des alten Z-240. Auch die Lichtformer der Tschechischen Firma Retra, werden am Z-330 nicht mehr passen.

Die in verschiedenen Farben erhältlichen Filter und Diffusor-Scheiben hingegen, werden nicht über das Außengewinde angebracht. Hierfür befindet sich an der Innenseite des Gehäuserings ein Bajonettanschluss. an diesem werden die Diffusoren mit einer Viertel-Umdrehung arretiert.

 

Ein Gedanke zu „Der Unterwasserblitz INON Z-330 im Test

  1. Danke für den Test.
    Der Blitz hat wirklich einige leckere Features.
    Perfekt wäre er mit der Tastenbeleuchtung und dem Batteriefach des Ys-D2 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.