Test der Nahlinse INON UCL-90

Nahlinse INON UCL-90 | Foto: Tino Marquez

Mit der INON UCL-90 brachte der japanische Hersteller Ende 2017 eine neue Nahlinse, als Nachfolger für die UCL-100 auf den Markt.

Die technischen Daten verrieten nicht viel über die neue Linse. Allerdings sollte die neue Nahlinse nur noch unter Wasser sinnvoll zu nutzen sein. Ansonsten fielen mir im Datenblatt bis auf die Beschichtungen und die etwas veränderte Stärke des Diopters, keine herausragenden Neuerungen auf.

Was sollte die neue Linse also besser können, als das Vorgängermodell?

 

Technische Daten

Tiefe: 37mm
Gewicht an Land: 320g
Gewicht im Wasser: 215g
Tauchtiefe: 60m
Material: Aluminium und HR-Glas
Glas: HR-Glas mit Vergütung an allen Oberflächen
Aufbau: Drei Linsen in zwei Gruppen
Stärke: +11 Dioptrien
Anschluss: M67 Gewinde oder LD-Bajonett
Preis: 325€ bei Hydronalin

 

Erster Eindruck

INON UCL- 90 M67 Gewinde | Foto: Tino Marquez

Was für ein schickes Teil die UCL90 doch ist. Nicht nur die Verarbeitung ist hervorragend und sämtliche Kanten sind entgratet und geglättet. Auch das schwarz eloxierte Aluminium hinterlässt einen sehr wertigen Eindruck. Die Stellen, an denen die Hand zum Festschrauben ansetzt, sind geriffelt und sorgen so für einen guten Grip.

Dafür ist die INON UCL-90 etwas kompakter, gleichzeitig aber deutlich schwerer als der Vorgänger. Anders als bei der UCL-100 ist die vordere Linse nach außen gewölbt und auch die Rückseite ist nicht mehr plan. Dadurch ist der Wasser-geflutete Teil zwischen Port und Nahlinse etwas größer. Umso wichtiger ist also, dass Wasser zwischen Linse und Port gelangen kann.

Aufgrund der Vergütung wirken die Glaselemente leicht bräunlich. Dieser Farbstich ist auf den Fotos unter Wasser nicht wahrnehmbar.

Die vordere Eintrittslinse ist ähnlich groß wie die der der Saga +10 und damit deutlich schmaler als die UCL100. Einen Vergleich dieser Linsen findest du übrigens hier.

 

Test unter Wasser

Doch nicht nur an Land macht die UCL-90 eine Top-Figur. Auch unter Wasser stellt die neue Makrolinse ihre hervorragenden Eigenschaften unter Beweis.
Wie schon vom Hersteller angekündigt, ist der Arbeitsabstand des Diopters etwas größer. Mit einem über drei Zentimetern größeren Abstand zum Motiv (vergleichen mit dem Vorgängermodell) bleibt deutlich mehr Spielraum, um mit den Blitzen zu hantieren und diese optimal auf das Motiv auszurichten.

Ein Nachteil ergibt sich aus dieser erhöhten Distanz aber doch. Nun wird Abstand zum Motiv so groß, dass es mir mit meinen Händen nicht mehr möglich ist, mich mit mit dem Kleinen Finger gegen das Riff oder den Grund vorsichtig abzustützen.

Mit ein wenig Zeit und Übung ist aber auch die UCL-90 sehr gut Hand zu haben.

 

Beispielbilder

 

Schärfe und Abbildung

In diesen Test ging ich sehr unbefangen und konnte nicht ahnen, welche Ergebnisse mich erwarten würden. Was sollte ein neuer Diopter denn noch besser machen?

Entsprechend überraschend waren für mich die späteren Ergebnisse bei der Betrachtung am PC.
Die UCL-90 ist deutlich schärfer als das Vorgängermodell und auch der Mitbewerber von Saga. In Bezug auf Schärfe und Auflösung spielt die UCL-90 in einer Liga mit der Nauticam CMC-1.
Irgendwie muss der Preis ja auch zu rechtfertigen sein.

Auch die Farben und Kontraste, die diese Nahlinse liefert, sind überaus hoch und es macht richtig Spaß mit der Linse zu fotografieren.

Dafür weist der neue Diopter im Randbereich deutlich mehr Verzeichnnungen auf, als der Vorgänger (an der RX100 bei 70mm Brennweite).
Woher der Unterschied herrührt kann ich nicht genau sagen. Wahrscheinlich tritt dieses Phänomen, durch die Kombination aus geringer Brennweite (70mm) und die relativ kleine Fläche der Frontlinse, auf.

Vielleicht teste ich die Linse noch an anderen Kameras mit unterschiedlichen Objektiven.

 

Lightroom Korrektur-Datei

Nach dem ausführlichen Test ders Diopters, habe ich die Farbfehler und Abbildungs-Einstellungen für Lightroom angepasst.
Dabei ist eine Preset-Datei entstanden. Die entsprechenden Lightroom-Einstellungen zur Korrektur der UCL-90 von INON kannst du hier herunterladen.

INON UCL-90 Lightroom Preset

 

Die INON UCL-90, der Abstand und der Autofokus

Da ich nun seit mehreren Jahren mit der UCL-100 fotografiere, habe ich den ungefähren Motivabstand verinnerlicht. Entsprechend unzufrieden war ich mit den ersten Ergebnissen der UCL-90.
Drei Zentimeter mehr Abstand zum Motiv, sind doch ein ganzes Stück, bei dem ich regelmäßig nach hinten korrigieren musste.

Wie schon weiter oben geschrieben kann ich die Kamera bei dem etwas größeren Abstand nur noch schwer gegen einen Felsen abstützen.
Dafür lassen sich die Blitze deutlich einfacher positionieren und die Ausleuchtung ist dadurch wesentlich gleichmäßiger.

Nach einigen Stunden Übung ist aber auch der Umgang mit der neuen Linse problemlos möglich. Zumal der Autofokus etwas schneller greift, und dadurch etwas kürzere Zeiten bis zum Auslösevorgang auftreten.

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