Tauchen in Ägypten? Rockt!


Tauchen in Ägypten am Hausriff von diving.de Flamenco

„Du fliegst nach Ägypten? Hast du denn keine Angst?“

Das war wohl die häufigste Frage, die mir vor meiner Reise gestellt wurde.

Um ehrlich zu sein, hatte ich bei meiner Vorfreude, endlich wieder Tauchgänge im Warmwasser zu genießen, gar keine Lust, mir Gedanken über mögliche Probleme zu machen.

Das war auch eine gute Entscheidung, denn mittlerweile hat sich die politische Lage weitestgehend beruhigt, sodass man als Tourist in der Landesmitte nichts mehr von den vergangenen Unruhen mitbekommt.

Und so konnte ich meine Reise absolut genießen und musste mich zu keinem Zeitpunkt in diesem Land unsicher fühlen.

Zugegeben – hundertprozentig stimmt diese Aussage dann doch nicht.

Der Fahrstil einiger Ägypter kann einen doch gelegentlich um sein Leben bangen lassen. Aber das ist ein anderes Thema.

 

10 Jahre diving.de Flamenco

Dank meiner Kooperation mit diving.de zum 10-jährigen Jubiläum von diving Flamenco, konnte ich mir endlich ein eigenes Bild von der Situation in Ägypten machen. Dabei kam ich ich im Hotel Flamenco mit der Tauchbasis von diving.de in El Quseir, unter.

Mit einem Minibus wurde ich vom Flughafen in Hurghada über sehr gut ausgebaute Straßen nach El Quseir gefahren. Die kleine ägyptische Stadt liegt etwa anderthalb Stunden von Hurghada und Marsa Alam entfernt, und damit weit ab von dem Großstadt-Getümmel und den sonst üblichen aufdringlichen Touristen-Angeboten. Entsprechend ruhig ist es in der Gegend um die Tauchbasis.

Gemütliche Sitzgelegenheiten laden zum gemütlichen Austausch ein

Vom Hotel selbst hatte ich nicht besonders viel mitbekommen. Denn spätestens nach einem Tag ist man auch als Alleinreisender Teil der großen diving.de-„Familie“.
Daher hält man sich als Taucher doch den Großteil der Zeit im Schatten des Pavillons an der Basis auf. Da ist viel Zeit für den Austausch untereinander, was die Zeit hier so wertvoll macht!

Kein Wunder: Mit einem deutschsprachigen Tauchlehrer-Team und einer sehr freundlichen ägyptischen Crew, fühlen sich die meisten schon ab dem ersten Tag sehr gut aufgehoben. Wer dann noch Kaffee von zu Hause mitbringt, der neben Tee an der Basis kostenlos ausgeschenkt wird, hat schon vor dem ersten Tauchgang gewonnen.

Aber auch ohne Kaffee ist die Atmosphäre auf der Basis super familiär!

 

Entspanntes Tauchen in Ägypten

Ich selbst war bisher noch nie in Ägypten gewesen und wusste nicht, was mich hier erwarten würde. Aber schon schnell wurde mir klar, dass zumindest hier auf der Basis, das Beste aus meinen beiden Taucherwelten verbunden wird. Einerseits sind die Mitarbeiter und Organisatoren wie in der Karibik extrem entspannt. Trotzdem ist die Organisation straff und Termine und Abfahrts-Zeiten werden wie bei uns Schwaben sehr genau eingehalten.
Wie ein Tauchgang auf der Basis abläuft kannst du hier nachlesen.

Tauchen in Ägypten

 
Außerdem weiß jedes Crew-Mitglied, welche Tiere und Riff-Formationen an den jeweiligen Tauchplätzen normalerweise zu sehen sind und können vorab Tipps für die Auswahl der Kameraausrüstung geben. Das verringert die Ausschussrate enorm.

Aber wie Yasser, einer der Guides, so schön sagte: „Das einzige was ich garantieren kann, sind Sand, Taucher und Luftblasen.“

Gesehen haben wir trotzdem viel, viel mehr!

 

Hausrifftauchen in El Quseir

Neben spannenden Tauch-Ausfahrten an Top-Spots wie Elphinstone oder zum Wrack der Salem Express, bietet die Basis am Flamenco Resort ein wunderschönes Hausriff, an dem ich sehr viel Zeit unter Wasser verbracht habe. Beim Hausriff von diving.de handelt es sich um eine traumhafte Steilwand, die bis auf über 70 Meter abfällt. Da schlägt nicht nur das Fotografen-Herz höher.

Während mir meine Mittaucher die Wand im Morgenlicht empfahlen, da hier das Licht schön auf das Riff fällt, habe ich selbst eher die Tauchgänge am Nachmittag für mich entdeckt.
Morgens ist der Tauchplatz für Taucher ohne Blitze und Lampen geeignet, da die Sonne von Süd-Ost kommend, direkt auf das Riff fällt. Das ermöglicht einfache Beobachtungen und helle Fotos ohne Zubehör.

Nachmittags hingegen schafft die schräg über das Riffdach fallende Sonne wunderschöne Lichtspiele und Gegenlicht-Situationen, die mit zusätzlicher Beleuchtung unter Wasser imposante Bilder ergeben.

 

Makro-Paradies Ägypten

Die Schönheit vieler Riffe zeigte sich oft erst auf den zweiten Blick. Bei näherer Betrachtung kommen wir Unterwasserfotografen voll auf unsere Kosten. Die Riffe sind voll kleiner Lebewesen von Schnecken bis hin zu juvenilen Seesternen und winzigen Anemonengarnelen.

 

Tauchen vom Schiff

diving.de Flamenco hat ein eigenes kleines Schiff, mit dem es regelmäßige Tagestouren an die Außenriffe oder andere besondere Tauchspots anbietet.
Hier finden etwa 20 Taucher Platz, die bei Ganztagestouren zum Mittagessen sogar mit traditionellen ägyptischen Speisen versorgt werden.

Im Gegensatz zu vielen anderen Schiffen, ist das Oberdeck überdacht, sodass sich die Taucher nicht nur auf dem Hauptdeck verteilen. Jeder findet irgendwo ein gemütliches Plätzchen, und wer (warum auch immer) knallige Sonne suchen sollte, kann sich im vorderen Bereich des Schiffes auf weichen Matten bräunen.

Der Ablauf ist vergleichbar mit dem auf anderen Safaribooten. Nach einem ausführlichen Briefing während der Fahrt, wird angerödelt. Buddycheck, Sprung und Tauchen.
Bei der Rückkehr aufs Schiff jedoch werden einem die leerem Flaschen direkt abgenommen und an der Seite des Schiffes gelagert. Die neuen Tanks für den zweiten Tauchgang stehen schon direkt in den Halterungen bereit. Was für ein Service!

 

In der Summe? Absolut empfehlenswert!

Ich gebe zu: Einen neutralen Bericht über eine Basis zu schreiben, die mich eingeladen hat, ist nicht ganz einfach.

Trotzdem kann ich guten Gewissens sagen, dass meine Erlebnisse auf der diving.de Flamenco Tauchbasis absolut traumhaft waren. Was es mir auf jeden Fall erleichtert, neutral zu berichten, ist die Tatsache, dass ich keine Sonderbehandlung erhielt sondern wie alle anderen Tauchgäste behandelt wurde. So erhielt ich einen authentischen Eindruck vom „normalen“ Tauchurlaub auf der Basis von diving.de Flamenco.

Die Basis

Besonders begeistert haben mich die Stimmung und das Miteinander auf der Basis. Doch auch das taucherische Drumherum hat einfach gepasst.

Als Kaltwasser-Taucher bin ich es gewohnt, meine Flaschen auch mal 500m selbst zu tragen.

Wenn einem die Crew beim Ausstieg direkt die Flaschen abnimmt, ist das natürlich im Vergleich zu Daheim ein super Service. Selbst bei den Tauchgängen am Hausriff wird ein Teil der Ausrüstung von einem Mitarbeiter mit dem Leiterwagen bis zum Einstieg und auch wieder zurück gefahren.

Da beschränkt sich die eigene Arbeit rund um das Tauchen quasi nur noch auf das Saubermachen und Aufhängen der restlichen Ausrüstung.

Das Hotel

Vom Hotel und der entsprechenden Pool-Anlage habe ich nicht viel gesehen, da ich mich die meiste Zeit an der Basis aufhielt.
Grundsätzlich ist das Hotel recht schlicht gehalten. Die gesamte Anlage und auch die Zimmer samt sanitärer Anlagen sind jedoch immer sauber, gepflegt und ordentlich aufgeräumt.
Ein kleiner Insider-Tipp: Die Zimmer mit Pool-Blick sind gegenüber denen mit Aussicht auf den Garten zu bevorzugen, da sich neben dem Garten das Notstrom-Aggregat befindet, von dem gelegentlich Dieselgeruch herüberweht.
Das Essen war grundsätzlich gut, jedoch wiederholten sich die Speisen recht schnell und boten nicht so viel Abwechslung, wie ich es von anderen Hotels gewohnt bin.

Für Fotografen sehr geeignet

Trotzdem kann ich ganz klar sagen: Wer eine gemütliche Atmosphäre zum Tauchen mit vielen Gleichgesinnten sucht und für den eine Fünf-Sterne Verpflegung nicht die höchste Priorität hat, ist mit der Tauchbasis am Flamenco Resort bestens beraten. Die Flugzeit ist mit 4,5 Stunden nicht allzu lang, die Preise für eine zweiwöchige Reise sind auch überschaubar.

Gerade für preisbewusste Urlaubstaucher und Unterwasserfotografen ist die Tauchbasis in El Quseir absolut lohnend. Zwar wird man hier als Taucher nicht auf den Großfisch treffen, wie er bei Safaris im Roten Meer zu finden ist. Dafür sind schon in flachen Tiefen wunderschöne Riffe sowie viele standorttreue Tiere geboten. Die Nähe zu den verschiedenen Tauchspots ermöglicht es, diese ausgiebig und in Ruhe zu erkunden – was besonders für uns Fotografen wertvoll ist.

Dankeschön

An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an meine geduldigen Tauchpartner (die auch mal eine 20-minütige Blitzeinstellung ausgehalten haben), das gesamte gut gelaunte und aufmerksame Team der Basis, und natürlich ganz besonders an Andreas Häckler von diving.de, der mir diese Reise überhaupt erst ermöglicht hat!

Herzlichen Glückwunsch zu 10 Jahren diving.de Flamenco! Schön, dass ich dabei sein durfte.

Ich komme wieder…

 
 

Weitere Infos zur Basis
Hier findest du mehr Infos und einen Tagesablauf.

Ein Gedanke zu „Tauchen in Ägypten? Rockt!

  1. Hallo Tino,
    Ein sehr schöner Bericht wir können es nur bestätigen
    Gruß Marion und Gisbert

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