Warum sind meine Bilder überbelichtet?

Eigentlich bist du mit deinen Unterwasserfotos ganz zufrieden, doch manchmal sind die Bilder einfach viel zu hell?
Und dummerweise lässt sich das Bild nicht mal mehr mit der Bildbearbeitung retten?

In diesem Artikel zeige ich dir, warum manche Bilder deiner Bilder überbelichtet sind und wie du das Problem in Zukunft umgehen kannst.

Dabei solltest du dir bewusst machen, dass auch Bilder ohne Blitz überbelichtet sein können. Zwar bringt ein Blitz noch eine zusätzliche Komponente ins Spiel, die sich auf die Belichtung auswirkt, doch häufig liegt der Fehler an einer falschen Einstellung in der Kamera.

Fische optimal Belichtet trotz Gegenlicht | Foto: Alexander Rausch

 

Kameraeinstellungen

Vielleicht gehörst du zu den Fotografen, die ihrer (Kompakt-) Kamera keine besonders hohe Qualität attestieren. Doch auch mit einer teuren Spiegelreflex-Kamera wäre das Bild mit den selben Einstellungen nicht besser belichtet.

Denn woher soll die Kamera auch wissen, dass genau dieser oder jene Bereich optimal belichtet sein soll?

Für diesen Zweck geben dir die Kamerahersteller verschiedene Einstellungen an die Hand. Diese findest du sowohl bei den professionellen DSLRs, als auch den meisten Kompaktkameras.

Damit deine Bilder der Situation entsprechend korrekt belichtet werden, solltest du auf folgende Kamera-Einstellungen achten:

 

Wähle die richtige Messmethode

Die Messmethoden sind eine Möglichkeit der Kamera mitzuteilen, welche Bereiche dir im Bild wichtig sind, und wo der Belichtungsschwerpunkt liegen soll. Verwendest du den Automatikmodus deiner Kamera, ist im Normalfall die Mehrfeldmessung ausgewählt. Doch gerade gerade unter Wasser wird die Mehrfeldmessung durch ihre Berechnung, oft zu fehlerhaften Ergebnissen führen.

Hier findest du eine Erklärung und einen Überblick über die verschiedenen Messmethoden.

Sepia überbelichtet

Aufgrund der Mehrfeldmessung leider überbelichtet
Foto: Mike Rednüs

Zusammengefasst lässt sich sagen:
Bei der Mehrfeldmessung vergleicht die Kamera sämtliche Bereiche des Bildes in ihrer Helligkeit.
Genau das ist unter Wasser ein Problem. Die Hintergrundbereiche sind häufig deutlich dunkler als der Vordergrund, nicht zuletzt weil das Wasser einen großen Teil des Lichts „schluckt“.

Wenn also der Hintergrund deutlich dunkler ist und die dunklen Bereiche für die Kamera rechnerisch überwiegen, wird sie versuchen die dunklen Bereiche heller zu belichten.
Das führt dazu, dass bereits helle Bereiche noch heller werden.

Hier kann es helfen die Kamera in den P-Modus (oder die anderen Kreativmodi) zu schalten. Dabei ist es trotz der Halb-Automatik möglich eine andere Messmethode einzustellen, wie beispielsweise die Spot- oder mittenbetonte Messung. Gerade in Situationen, in denen der Hintergrund deutlich dunkler ist, als der Vordergrund wird eine der beiden Messmethoden deutlich bessere Ergebnisse liefern, als die Mehrfeldmessung.

 

Belichtungskorrektur aktiviert

Belichtungskorrektur

Belichtungskorrektur

Ein weiterer Fehler, der auch mir immer wieder passiert, ist dass die Kameraeinstellung noch vom letzten Einsatz falsch eingestellt ist.

Insbesondere die Kamera-interne Belichtungskorrektur stellt eine häufig auftretende Fehlerquelle dar. Während sich viele Einstellungen beim ausschalten des Geräts zurücksetzten, bleibt diese Einstellung bei vielen Kameras erhalten. Auch ein Wechsel des Aufnahmeprogramms (bis auf die Vollautomatik), verändert diese Einstellung nicht.

Arbeitest du also mit dieser Option, solltest du den Wert regelmäßig im Display überprüfen und gegebenenfalls zurücksetzen.

 

Falscher Kameramodus

Bedienelemente lassen sich versehentlich verstellen

Ein weiteres Problem, das vor allem mit Unterwassergehäusen auftritt, ist der versehentliche Wechsel des Kameramodus. Durch die außenliegenden Bedienelemente lassen sich viele Funktionen deutlich leichter verstellen, als an der Kamera direkt. Auch hier sollte gelegentlich überprüft werden, ob noch das korrekte Aufnahmeprogramm verwendet wird.
Denn einen schnellen Fisch mit einer im manuellen Modus eingestellten Langzeitbelichtung zu fotografieren, wird in den seltensten Fällen zufriedenstellende Ergebnisse liefern.

 

Blitzeinsatz

Wenn du mit den Einstellungen der Kamera gut zurecht kommst, kannst du, um die Sache etwas zu verkomplizieren einfach noch einen Blitz zur Belichtung verwenden. Damit kommen weitere Fehlerquellen hinzu wobei nicht nur die Blitzleistung entscheidend ist, sondern auch die Wahl des Blitzmodus.
 

Manuelle Blitzeinstellungen

Seacam Seaflash 150 Offshore

Seacam Blitz mit verschiedenen Reglern für die Blitzbelichtung

Gerade dann, wenn du verschiedene Blitze unabhängig von einander benutzen willst, kann es erforderlich sein, den einen oder anderen Blitz mit manuellen Einstellungen zu betreiben.

Liegt die Blitzleistung jedoch über dem optimalen Wert regelt weder die Kamera noch der Blitz nach und das Bild ist überbelichtet.

Daher kann das Anpassen der Blitzleistung von Hand in einigen Situationen sehr aufwändig sein und mehrere Testbilder erfordern. Gerade im Weitwinkelbereich mit Objekten, die sich nicht bewegen ist diese Arbeitsweise üblich und durchaus möglich. Werden hingegen sich bewegende Objekte fotografiert, sind eine schnelle Arbeitsweise und viele Erfahrungswerte von Vorteil.

Anders verhält es sich im Makrobereich. Hier kannst du dir die Arbeit in vielen Fällen bequem mit der automatischen Blitzmessung per TTL erleichtern. Dabei ermittelt die Kamera in Bruchteilen einer Sekunde die optimale Blitzleistung und passt die Helligkeit auf das Subjekt an.

 

Blitzbelichtungskorrektur im TTL-Modus

Mehrfeldmessung unmöglich

Blitz im TTL-Modus mit verringerter Leistung

Einige Blitze und auch Kameras ermöglichen dir die Blitzleistung auch im TTL-Betrieb zu erhöhen oder zu reduzieren. Dabei stehen dir zwei verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

In der Kamera ist diese Einstellung unter dem Namen „Blitzbelichtungskorrektur“ zu finden. Hier gibt die Kamera selbst, einen um den eingestellten Wert in der Leistung verstärkten oder reduzierten Blitz ab.

ACHTUNG: Die kameraseitige Blitzbelichtungskorrektur hat keine Auswirkungen, wenn externe Blitze mit manueller Steuerung zum Einsatz kommen!

Alternativ bieten auch hochwertige Blitze die Möglichkeit die Blitzleistung bei der Verwendung von TTL gezielt anzupassen. Ist das Bild überbelichtet, kannst du die Blitzleistung auch direkt am Blitz herunterfahren. Diese Methode ist meist schneller, als über das Kameramenü.

 

Abstand und Messmethode

Auch beim Blitzen spielt die Messmethode eine entscheidende Rolle. Dabei solltest du dir bewusst machen, dass für die Blitzbelichtungsmessung gleichzeitig eine andere Messmethode zum Einsatz kommen kann, als für die Belichtung ohne Blitz. Hierfür bieten die meisten Kamerahersteller mindestens die Mehrfeldmessung und die mittenbetonte Messung im Menü an.

Im Nahbereich ist die Mehrfeldmessung problemlos möglich. Wird jedoch der Abstand vom angeblitzten Objekt zum Hintergrund zu groß oder der Hintergrund ist von sich aus schon dunkler, kann die Mehrfeldmessung wieder zu überbelichteten Bildern führen. Hier werden die Bilder erfahrungsgemäß besser belichtet, wenn die Mittenbetonte Messmethode zum Einsatz kommt.
Dieser Modus ist etwas universeller und kommt auch mit ungünstigen Lichtsituationen zurecht.

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