Sicht unter Wasser

Wer an Land fotografiert, wird schnell feststellen, dass sich das Licht und unser Sehen unter Wasser anders verhalten, als an der Oberfläche.

Taucher fotografiert

Taucher fotografiert


In unserer natürlichen Umgebung sehen wir ein für uns gewohntes Farbspektrum, doch schon bald, nachdem wir die Wasseroberfläche durchbrochen haben, verändern sich die Farben, es wird dunkler und oft trüber. Hier sind es einige Faktoren, die unser Sehen unter Wasser und damit auch die Fotografie beeinflussen. Dazu zählen:

– Art des Gewässers

Seen wirken meist grün, das Meer bringt meist satte blaue Töne hervor

– Schwebteilchen

engl. Backscatter trübt die Sicht und kann Fehlfokussierungen verursachen

– Das Wetter

wirbelt Sedimente auf, führt zu mehr Schwebteilchen und bei starkem Wellengang auch zu verwackelten Bildern

– Tauchtiefe

mit zunehmende Tauchtiefe ist immer weniger Licht vorhanden

– Entfernung zu Objekten

nahe Objekte sind scheinbar bunter, als weiter entfernte

 

Grüne Farben und Schwebteilchen

Grüne Farben und Schwebteilchen

 

Farbverlust

Wasser hat eine etwa 850 mal höhere Dichte als Luft. Das merken wir nicht nur am Auftrieb, sondern auch an der Tatsache, dass Licht und Farben unter Wasser verloren gehen.

Mit zunehmender Tiefe wird immer mehr Licht absorbiert und damit bleiben uns in größerer Tiefe immer weniger Farben erhalten. Der Farbverlust tritt in der Reihenfolge der Regenbogenfarben auf. Besonders langwelliges Licht und damit die warmen Farbanteile des Lichts, das heißt, Rot-, Orange- und Gelbtöne, sind schon früh unterwasser nicht mehr wahrnehmbar. Damit sind die vorherrschenden Farben beim Tauchen typischerweise blau und grün.

Lichtabsorption unter Wasser

Lichtabsorption unter Wasser

Beim Schnorcheln und bei Tauchgängen bis 5m ist der Farbverlust meist vernachlässigbar. Um die Farbvielfalt, wie sie beim Schnorcheln zu sehen ist, auch in größeren Tiefen wieder herzustellen, ist die einzig wirklich sinnvolle Lösung der Einsatz von Taucherlampen oder speziellen unterwasser Blitzgeräten.

Eine weitere Möglichkeit, die Farben zu korrigieren bieten neben der elektronischen Bildbearbeitung auch sogenannte Rot- und Magentafilter.
Mehr zu Filtern kannst du hier lesen.

Zusätzlich zu den Farbverlusten im Wasser kommt der Effekt, dass beim Übergang des Lichts aus der Luft ins Wasser, ein Teil des Lichts reflektiert wird und damit erst gar nicht erst unter Wasser ankommt. Je höher die Sonne steht, umso weniger Licht wird an der Wasseroberfläche zurückgeworfen. Damit ist die beste Tageszeit für die UW-Fotografie die Mittagszeit. Hier ist der nutzbare Lichtanteil unter Wasser am größten.

Schwebteilchen

Neben den veränderten Farbverhältnissen, wird sich jeder Unterwasserfotograf über kurz oder lang mit Schwebteilchen (engl. Backscatter) konfrontiert sehen. Diese aufgewirbelten Sedimente und Algen können unter anderem zu Fehlfokussierungen führen. Die Kamera erkennt das Objekt nicht richtig und stellt vor allem beim Einsatz von Blitzen im Zweifelsfall auf die Schwebteilchen scharf. Hinzu kommt, dass angeblitzte Schwebteilchen leuchten wie kleine Sterne.

Schwebteilchen oder Backscatter im Wasser

Schwebteilchen oder Backscatter im Wasser

Sinken die Sichtweiten deutlich unter zwei Metern wird das Fotografieren fast unmöglich. Hier empfiehlt es sich dann entweder Makros in Bodennähe zu machen oder das Fotografieren einfach sein zu lassen.

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