Rotfilter

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Rot und Magentafilter für GoPro

Magenta- und Rotfilter für die GoPro auf amazon.de

Ein interessantes Hilfsmittel speziell für die Unterwasserfotografie sind sogenannte Rotfilter. Diese können dir, als fotografierendem Taucher das Leben enorm erleichtern. Vor allem wenn du keine Videolampe oder Blitze benutzt.

Dabei handelt es sich bei den Rot oder auch Magic-Filtern um gefärbte durchsichtige Kunststoff oder Glasscheiben, die vor das Kameraobjektiv montiert werden, um den Rotanteil im Bild wieder zu erhöhen.

Als vorab Fazit kann man klar sagen:
Rotfilter funktionieren einfach und zuverlässig weshalb es kein Fehler ist, einen dieser Filter immer dabei zu haben. Die Bildergebnisse sind sichtbar besser und das ohne großen Aufwand.

 

Aber wie funktioniert der Rotfilter?

Das größte Problem in der Unterwasserfotografie ist der sehr frühe Verlust von Rot und Orangetönen. Rotfilter können helfen den Anteil an Rottönen im Bild wieder zu erhöhen.

Anders als du vielleicht zunächst denkst, fügt der Rotfilter jedoch keine rote Farbe hinzu, sondern verringert den Anteil der Grün und Blautöne im Bild so weit, dass das gesamte Farbspektrum wieder weitestgehend gleichmäßig vorhanden ist.

Hier in den beiden Bildern ist der Effekt deutlich zu sehen.
Während im Linken Bild die Rot-Intensität sehr gering ist, erzeugen die grünen und blauen Farben regelrechte Spitzen. Bei der Verwendung des Rotfilters im rechten Bild wurde der Intensitätsverlauf deutlich begradigt und damit die grün und Blautöne abgesenkt. Hierdruch scheint wieder mehr Rot vorhanden zu sein.

Eine weitere Form des Rotfilters ist übrigens der Magentafilter. Während der Rotfilter im Blauwasser (Salzwasser) Anwendung findet, wird der Magentafilter im Süßwasser verwendet. Hier ist der Anteil der Grüntöne höher als im Salzwasser, weshalb hier gezielt mehr grün entfernt wird. Dadurch wirkt der Filter an Land leicht violett.

Nachteile des Rotfilters

So hilfreich der Rotfilter für die Unterwasserfotografie auch ist, hat er einen entscheidenden Nachteil. Durch seine farbreduzierenden Eigenschaften sinkt gleichzeitig die Belichtung um etwa 1 bis 1,5 Blendenstufen.

Um diesen Effekt zu kompensieren muss entweder die Belichtungszeit verlängert oder der ISO-Empfindlichkeit erhöht werden. Das dadurch verstärkte Rauschen macht sich vor allem bei Kompaktkameras und Actioncams mit kleinem Bildsensor bemerkbar.

 

Wann sollte ich den Rotfilter benutzen und wann nicht?

 
Je nach Tauchtiefe
Im zu flachen Wasser ist der Einsatz eines Rotfilters nicht sinnvoll. Bis etwa 3 Meter unter der Wasseroberfläche ist noch so viel Rot im Umgebungslicht enthalten, dass die Bilder auch ohne Filter farbenprächtig leuchten. Kommt hier gleichzeitig der Rotfilter zum Einsatz, sind die Bilder deutlich sichtbar eingefärbt.

Sinnvoll ist die Verwendung des Rotfilters ab einer Tauchtiefe von etwa 3-5m. Dort ist der Rot-Anteil des Lichts schon so weit abgesunken, dass der Filter seine Stärken ausspielen kann. Leider ist der Rotfilter nur bis zu einer Tiefe von ca. 15m zu gebrauchen. Ab dieser Tiefe ist dann das rote Licht so weit reduziert, dass auch der Rotfilter nichts mehr bringt. Hier ist dann eine Lichtquelle wie ein Blitz oder eine Lampe, die einzig sinnvolle Alternative.

Kurz und knpp:
Bis 3m ohne Rotfilter
Bis 15m nur Rotfilter
Ab 15m hilft der Rotfilter auch nicht mehr.
 
Je nach Entfernung zum Objekt
Gerade im Nahbereich und im Speziellen der Makrofotografie ist bei vielen Kameras der integrierte Blitz absolut ausreichend um das Motiv zu beleuchten. Setzt du hier parallel den Rotfilter ein, werden deine Bilder einen extremen Rotstich haben. Das gleiche Gilt auch für die Verwendung deiner Tauchlampe. Deshalb solltest du hier auf den Rotfilter verzichten.

Mit größerem Abstand zum Motiv ist auch eine Kombination aus Rotfilter und Lampe möglich. Hierbei werden die Farben im Nahbereich deutlich wärmer und das Blau im Hintergrund wird satter und kräftiger. Dieser Effekt lässt sich aber auch mit wenigen Schritten in der Bildbearbeitung erreichen.

Grundsätzlich lässt sich sagen – der Rotfilter kommt dann zum Einsatz, wenn keine Lampe verwendet wird oder das gewünschte Objekt mit dem Blitz oder einer Lampe nicht ausgeleuchtet werden kann. Damit ist der Rotfilter vor allem für die Fotografie von Wracks, großen Riffen, und Fischschwärmen ein unerlässlicher Begleiter.
 
Mit einer Lampe oder Blitz
Wie bei der Makro-Fotografie schon beschrieben, solltest du auf den gleichzeitigen Einsatz von Lampe und Rotfilter verzichten. Andernfalls wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit rot gefärbte Bilder erhalten. Das liegt daran, dass in dem weißen Licht der Lampe auch wieder Rot-Anteile vorhanden sind. Wird nun der Grün- und Blauanteil verringert, ist das Bild wie an der Wasseroberfläche schön schnell rot.

 

Tipps für die Verwendung von Rotfiltern

 
Rotfilter und RAW
Einige Kameras bieten die Möglichkeit im sogenannten RAW-Format zu fotografieren.
Dieses Bildformat ermöglicht durch die verlustfreie Speicherung der Bilddaten eine deutlich bessere Bildbearbeitung. Das bringt gerade für Fotos, die ohne zusätzliche Beleuchtung entstehen, so wie auch bei der Verwendung des Rotfilters, einen deutlichen Gewinn.

Im Umkehrschluss solltest du, nur weil du in RAW fotografierst, nicht auf den Filter verzichten. So flexibel das RAW-Format in der Bearbeitung auch sein mag, lassen sich auch beim RAW-Format mit der Bildbearbeitung nicht vorhandene Farben auch nicht wieder herstellen.

Das heißt: Die Bildbearbeitung kann keinen Rotfilter ersetzen. Wie weiter oben schon beschrieben, geht schon in geringen Tiefen ein großer Anteil des roten Lichts verloren. Daher wirst du ab einer Tauchtiefe von mehr als drei Metern mit dem Filter bessere Ergebnisse erzielen als mit der reinen Bildbearbeitung.

Optimal ist natürlich die Kombination allen drei Möglichkeiten zur Bildoptimierung. Mit dem Filter wird der Rot-Anteil wieder „verstärkt“ und mit dem RAW-Format lässt sich dieses Ergebnis zusätzlich besser anpassen. Mit einem guten Bildbearbeitungsprogramm kann auch, das eventuell durch den hohen ISO entstandene Rauschen, reduziert werden.
 
Weißabgleich
In der Regel funktioniert der Weißabgleich mit Rotfilter selbst im Automatikmodus recht gut. Die Farben sind satt und lebendig. Leider lassen sich die Ergebnisse auf diese Art nur schwer reproduzieren. Ein optimales Ergebnis erhältst du, wenn du den Weißabgleich in unterschiedlichen Tiefen manuell mit einer Graukarte (oder der Dekotabelle) machst. Dadurch ist die Farbkorrektur bestmöglich auf die jeweilige Tiefe angepasst und du schaffst gleichzeitig eine gewisse Kontinuität in den Farben deiner Unterwasserfotos.
 
Belichtungskorrektur
Durch die Absenkung einzelner Farbbereiche durch den Filter, kann die Belichtungsmessung der Kamera ein falsches Ergebnis liefern und das Bild wird zu hell. Daher kann es in einigen Fällen durchaus sinnvoll sein, die Belichtungskorektur um 1/2 bis 2/3 Blendenstufen zu reduzieren.
 

Welchen Filter brauche ich?

Es gibt unterschiedliche Rotfilter verschiedener Hersteller. Einige werden aus Kunststoff, andere aus Glas gefertigt. Kunststoff hat den Vorteil, dass es auch den einen oder anderen Schlag verträgt, dafür verkratzt es aber schneller. Gerade die Farbfilter für Actioncams sind meist aus Plastik um Gewicht zu sparen.

Für eine hochwertige Unterwasserkamera in einem Gehäuse mit der passenden Montagemöglichkeit, können Rotfilter mit einem Filtergewinde (M67) zum Einsatz kommen. Hier sollten aufgrund der höheren Qualität Glasfilter verwendet werden. Diese sind verkratzen weniger schnell und sind meist vergütet was zu weniger Reflexionen führt. Preislich sind sie ein klein wenig teurer.

Die Anzahl der Hersteller ist überschaubar und die Qualität der meisten Produkte ähnlich hoch.
Hier Beispielhaft Produkte von H2o Tools und PolarPro auf Amazon. Ein sehr interessanter Anbieter von Rotfiltern ist übrigens STC-Optics, der einen verstellbaren Rotfilter, den Aqua-Red Fader für die Unterwasserfotografie im Programm hat.

PolarPro Rotfilter
für die GoPro
H2o Tools – Rotfilter
M67 Filtergewinde
H2o Tools – Magentafilter
M67 Filtergewinde

Lee Farbfilter Set bei Amazon kaufen

Ich kann keinen Filter montieren
Für Kameras, die keine Montagemöglichkeit für die Filter haben, können Selbstbaulösungen zum Einsatz kommen.
Hier haben sich die guten aber teuren „Magic Filter“ Folien, die du bei Hydronalin bekommst, bewährt. Diese werden in verschiedenen Größen ausgeliefert und können auf das richtige Maß zugeschnitten werden.

Wer neben Rotfiltern auch mit verschiedenen anderen Farben spielen will, kann auf Farbfolien der Firma LEE Filters zurückgreifen.
Der Rotfilter kann durch die ähnlichen Farben Farben 107 (Light Rose) oder 109 Light Salmon ersetzt werden. Diese Filter sind aber lange nicht so gut, wie die „echten“ Magic-Filter.

Diese Folien sind als komplettes Set auf Amazon erhältlich.

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2 Gedanken zu „Rotfilter

  1. Ich habe den Beitrag mit Interesse gelesen, jedoch hat mir gefehlt welches Rot oder Magenta genommen werden sollte. Denn Rot ist nicht gleich Rot und das gilt auch für Magenta. Wäre super, wenn das noch ergänzt wird.

  2. Hallo J. Buck
    Danke für deinen Hinweis.
    Ich gebe dir Recht – es gibt, wie du sagst, bei den Rotfiltern zwei unterschiedliche Farben. Dabei ist die exakte Farbe von der Tauchtiefe anhängig. Für den Magentafilter kenne ich keine unterschiedlichen Tönungen.

    Bei den Rotfiltern wird unterschieden zwischen SWCY (Shallow Water Cyan) für geringe Tiefen bis etwa 7m und vor allem tropische Gewässer.
    Und es gibt den etwas stärkeren CY (Cyan) Filter, der bis zu einer Tauchtiefe von 15m gedacht ist. Manch ein Hersteller gibt auch eine Einsatztiefe von 20m an.

    Interessant ist dabei, dass hier auf dem deutschen Markt eigentlich nicht unterschieden wird. Hier bekommst du in der Regel keine weiteren Informationen zu den Eigenschaften der Filter. Da werden dann entweder rot-getönte Bilder im Flachwasser oder weniger gefärbte Fotos im tiefen Wasser in Kauf genommen.

    Eine Ausnahme, wie ich gesehen habe, stellt der Online-Shop von http://unterwasserkamera.at dar. Dort gibt es eine größere Auswahl an Rotfiltern auch für unterschiedliche Tiefen.

    Bei den MagicFiltern gibt es noch eine Besonderheit. Hier sollen sich die neuen „Auto-Filter“ automatisch an die Tauchtiefe und das vorhandene Spektrum anpassen. Frag mich nicht wie das funktioniert – ich habe diese Filter selbst auch noch nicht getestet.

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