Pflege des Equipments

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Ein viel zu oft vernachlässigtes Thema ist die Pflege der Unterwasserausrüstung.

Nach einem spannenden Tauchgang sind andere Dinge meist wichtiger als die Pflege des eigenen Fotomaterials. Dabei kann es vor allem an Sandstränden und in Verbindung mit Meerwasser recht bald zu Problemen mit dem Equipment kommen. Schwergängige Tasten sind hier eher das kleinere Problem.
Salzkristalle und Sandkörner belasten die Dichtringe enorm und können schnell mal zu Wassereinbrüchen führen. Folgende Schritte zur Pflege des Materials können die Lebensdauer deutlich erhöhen.


 

Pflege Vor dem Tauchgang

Auch wenn die Kamera die letzten 3 Monate verpackt im Schrank stand, ist es wichtig die Kamera vor der nächsten Verwendung nochmals zu reinigen und sämtliche Dichtringe zu überprüfen. Diese Vorbereitung braucht je nach Umfang des verwendeten Equipments etwa 10 bis 20 Minuten.

Entfernen des O-Rings

Entfernen des O-Rings

Der Zusammenbau und die Reinigung sollten am besten noch daheim oder im Hotel geschehen. Direkt auf dem Boot hat man neben eventuellem Wellengang auch mit einer erhöhten Luchtfeuchte zu rechnen. Räume mit Klimaanlage sind optimal, da die Luftfeuchtigkeit hier geringer ist. Das Gehäuse wird möglichst auf einem trockenen und fusselfreien Untergrund platziert und bleibt dort, bis sämtliche Teile geprüft und eingebaut sind.Dann wird der O-Ring mit einem stumpfen Gegenstand wie z.B. einer Geldkarte oder einem Gitarrenplektrum entfernt. Alternativ lässt er sich auch vorsichtig mit den Fingern zusammenschieben und an der Wölbung herausnehmen.

Falz des Unterwassergehäuses auswischen

Falz des Unterwassergehäuses auswischen

Anschließend wird das Gummi unter klarem Wasser abgespült und danach mit einem feuchten Mikrofaser- oder Taschentuch gereinigt. Hier ist darauf zu achten, den Gummiring nicht zu sehr zu dehnen, um eine unnötige Belastung zu vermeiden.

Nun wird die Nut für den O-Ring am Gehäuse mit dem Mund ausgeblasen und danach mit einem Taschentuch ausgewischt. Nach dem Trocknen sämtlicher Dichtelemente, werden die Dichtringe eingefettet und vorsichtig an ihre Position gedrückt.

O-Ringe kontrollieren und fetten

Herstellereigenes Silikonfett verwenden!

Herstellereigenes Silikonfett verwenden!

Pflege des O-Rings

O-Ring fetten

Zur Sicherheit sollte für sämtliche Dichtungen nur das vom Hersteller empfohlene Schmiermittel verwendet werden. Eventuell kommt es mit anderen Silikonen zu Reaktionen, die den O-Ring auflösen können. Beim Auftragen muss nicht übermäßig viel Silikonfett verwendet werden. Es geht nur darum das Gummi geschmeidig zu halten. Das Fett selbst hat keine Dichtwirkung.
Wenn beim Einfetten schadhafte Stellen zu spüren sind, sollte der O-Ring sicherheitshalber ausgetauscht werden.

Kommt der interne Blitz der Kamera zum Einsatz, sollte zusätzlich ein Kondensationsstreifen oder ein Päckchen mit Silikat-Kügelchen in das Gehäuse gelegt werden. Durch die Hitzeentwicklung kann es zur Kondensation im Gehäuse kommen. Irgendeine Stelle, an die diese Helferchen passen, gibt es immer. Einige Hersteller lassen dafür extra etwas Platz. Wichtig ist nur, dass sämtliche Bedienelemente und der O-Ring in ihrer Funktion nicht beeinträchtigt werden.

Damit ist das Gehäuse soweit vorbereitet und kann vorsichtig geschlossen werden. Nun erfolgt eine letzte Sichtprüfung des O-Rings. Hier sind durchsichtige Kunststoffgehäuse im Vorteil, da der Gummi überall betrachtet werden kann.

Test und Abtauchen

O-Ring vom Blitz

O-Ring vom Blitz

Diese Reinigungsprozedur wiederholt sich mit eventuellen externen Blitzen und Displays.
Nach dem Zusammenbau des gesamten Kamera-Rigs werden die Batterien geprüft und kurze Funktionstests und an Land gemacht um eine korrekte Funktionalität zu gewährleisten.
Danach kann die Dichtheit in einem Eimer mit klarem Wasser oder einer Badewanne getestet werden.

Der kritischste Teil am Tauchgang selbst, ist der anfängliche Abstieg bis ca. 5m, da hier der Druck in kurzer Zeit extrem steigt.

 

Nach dem Tauchgang

Zurück vom Tauchgang sollten Kamera und Blitze möglichst bald in sauberen Süßwasser abgespült werden. So wird verhindert, dass sich Sand oder Salz an den O-Ringen festsetzen. Die Kamera sollte jedoch nicht im Süßwassereimer liegen bleiben. Die Gefahr Linsen oder Gehäuse durch andere Kameras oder den Eimer zu Verkratzen sind vermeidbar. Ist kein Eimer mit klarem Wasser vorhanden (wie es bei bei Bootstauchgängen oft vorkommt), kann man die Kamera in ein nasses Handtuch einschlagen und in den Schatten legen. So verhindert man ein Abtrocknen und die Bildung von Salzkristallen am Gehäuse, die die Ports verkratzen und Dichtringe angreifen.

Weiterhin sollte man aufgrund der Seeluft und Feuchtigkeit auf unnötiges Öffnen verzichten. Auf Tauchsafaris lässt sich das natürlich nicht verhindern.
Hier sind Tauchgänge im Süßwasser natürlich vergleichsweise unkompliziert.

Nach der Rückkehr ins Hotel oder nach Hause, sollte die Kamera nochmals gründlich gespült werden. Während man die Bilder von der Speicherkarte sichtet, kann man das Gehäuse in frischem Wasser einweichen und nochmals abspülen. Alle Knöpfe sollten ein paar Mal gedrückt werden, um Sand und Salz zu herauszuwaschen. Der Aufwand lohnt sich.

 

Langzeit-Pflege

Wird die Kamera über einen längeren Zeitraum nicht verwendet, ist es wichtig größere O-Ringe herauszunehmen und zu säubern um Schimmel und Druckstellen vorzubeugen.
Nach dem letzten Reinigungsvorgang wird das Gehäuse über Nacht getrocknet. Anschließend kommt zur Pflege unter jede Taste ein kleiner Tropfen Silikonöl. Durch mehrmaliges Drücken der Knöpfe, wird das Fett verteilt und hält die Dichtungen geschmeidig. Überflüssiges Öl sollte nicht auf Frontlinsen und die Gehäuseinnenseite tropfen. Überschüssige Flüssigkeit wird am besten sofort abgeputzt.

Alle gereinigten O-Ringe werd nochmals gefettet und dicht verschlossen in kleine Plastikbeutel gesteckt, die ins Innere des Unterwassergehäuses kommen. Das Gehäuse selbst wird nur lose verschlossen und in einem Staubschutzbeutel gelagert.

Etwa ein mal im Jahr sollten sämtliche O-Ringe gezielt überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Die Hersteller bieten in der Regel komplette Dicht-Kits an. Die Lebensdauer der Dichtungen steht auch in den meisten Handbüchern oder kann beim Hersteller erfragt werden, liegt offiziell aber meist bei ein bis zwei Jahren.

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3 Gedanken zu „Pflege des Equipments

  1. Hallo, sehr interessanter Artikel, super Seite.
    Welches Silikonöl verwenden Sie zur Pflege der Tastendichtungen denn?
    Welche Viskosität von welchem Hersteller?
    Gruß Thomas B.

  2. In der Regel kommen die Hersteller-eigenen Silikonöle zum Einsatz, da man hier sicher gehen kann, dass es zu keinen Wechselwirkungen zwischen den Dichtungen und dem Fett kommt. Aus diesem Grund werden auch die O-Ringe in verschiedenen Farben produziert. So lassen sich die verschiedenen Materialien leichter unterscheiden.

    Wenn du also noch ein Silikonfett von deinem Gehäusehersteller bekommst, würde ich das nehmen. Mit einem Zahnstocher bekommst du das Fett auch an die Tasten. Ansonsten findest du auch z.B. bei Unterwasserkamera.at ein spezielles dünnflüssiges Öl, extra für Tasten und andere bewegliche Elemente.

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