Olympus Tough TG-5

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Olympus entwickelt sich auch 2017 weiter und bringt die lang ersehnte TG-5 auf den Markt.

Dabei ging zunächst ein Aufschrei durch die Reihen der Nutzer, als die technischen Daten veröffentlicht wurden. Im Vergleich zum Vorgänger lesen sich diese zunächst vielleicht wie ein Rückschritt: 12 statt 16 Megapixel, kein Super-Makromodus mehr, dafür 4K Video…

…doch im Test wird schnell klar, so viel hat sich gar nicht verändert.

 

Gehäuse

Die TG-5 besteht wie schon die Vorgängerin komplett aus Kunststoff und ist in den Farben rot und schwarz erhältlich. Auch die Größe und das Gewicht der Kamera sind identisch geblieben, wobei die TG-5 mit ihren 250g sehr angenehm in der Hand liegt.

Gleichzeitig punktet die Kamera mit enormer Robustheit, Frostsicherheit und einer Tauchtiefe von 15m und macht einen überaus wertigen Eindruck.

 

Dichtigkeit

Olympus geht bei der Tough Reihe weiterhin einen eigenen Weg, was die Dichtsysteme angeht. So werden hier sowohl das Fach für HDMI als auch das Fach für die Speicherkarte und den Akku mit einer eigenen Klappe verschlossen, die jeweils über einen doppelten Riegel gesichert sind.

Wie schon bei der der TG-4 ist leider nur schwer erkennbar, ob die Klappen richtig geschlossen sind oder ein Riegel vergessen wurde. Der ungesicherte Zustand wird nur durch eine kleine rote Markierung in der Vertiefung des Schiebers angezeigt.

Kleine Riegel verschließen die Klappen

Hier ist in Bezug auf die nächste Generation eventuell ein neues System wünschenswert, das die Tauchtiefe der Kamera erhöhen würde.

 
 

Bildqualität und Technik

In der TG-5 von Olympusa verrichtet ein 12MP (4000×3000 Pixel) CMOS-Bildsensor seine Arbeit. Mit der Verringerung der Auflösung um ganze vier Megapixel im Vergleich zur Vorgängerin, konnte das Bildrauschen signifikant gesenkt werden. Das liegt daran, dass bei der gleichen Sensorgröße weniger Pixel vorhanden sind. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass verhältnismäßig mehr Licht auf den einzelnen Pixel fällt und dadurch weniger lange oder mit einem geringeren ISO belichtet werden kann.

Auch wenn das Rauschen schon ab ISO 800 sichtbar wird, ist es längst nicht so störend wie bei vergleichbaren Kameras. Durch die rückwärtige Beleuchtung des Sensors können auch ISO Werte bis 1600 problemlos verwendet werden. Hier verlieren die Fotos zunächst etwas an Schärfe. Ab ISO 3200 ist dann doch bald ein deutliches Farbrauschen sichtbar. Dieses Problem kann jedoch bei der Verwendung des integrierten RAW-Formats in der Nachbearbeitung recht gut behoben werden.

Stand Juni 2017: Im Moment ist es noch nicht möglich, die RAWs der Olympus TG-5 in Lightroom oder Capture One zu öffnen. Daher müssen die Fotos zunächst mit dem Olympus Viewer 3 in das Tiff Format konvertiert werden, um sie im nächsten Schritt in einen RAW-Entwickler importieren zu können.
Die Software kann bei Olympus direkt heruntergeladen werden.

Doch nicht nur die RAWs der Olympus TG-5 haben an Qualität gewonnen. So sind harte Kontraste in den JPG-Dateien nicht mehr so überschärft wie beim Vorgänger und auch die Farbwiedergabe ist sehr neutral und realitätsnah.

Damit spielt die TG-5 trotz ihrer geringeren Auflösung von 12MP, was die Bildqualität betrifft, in einer höheren Liga als viele vergleichbare Kompaktkameras. Dennoch ist durch die verringerte Auflösung die Druckqualität der Fotos auf maximal A4-Prints ausgelegt.

 

Objektiv

Olympus TG-5 DraufsichtDie Brennweite der Kamera erstreckt sich über einen Bereich von 25mm-100mm (Kleinbild). Damit ist der Zoombereich der TG-5 sowohl im Weitwinkel, als auch im unteren Telebereich angesiedelt. So sind unter Wasser sowohl schöne Weitwinkelaufnahmen, als auch interessante Makros möglich.

Mit einer Offenblende von f/2.0 im Weitwinkel hat Olympus nicht an der Lichtstärke gespart. Dadurch können die Belichtungszeiten kurz und das Rauschen besonders gering gehalten werden. Gleichzeitig kann die Blende (besser als beim Vorgänger) direkt über ein Einstellrad an der Oberseite der Kamera angepasst werden. Leider stehen hier nur die Optionen F2, F2,8 oder F8 im Weitwinkel zur Auswahl.

Gegenlicht

An Land hat die Kamera bedingt durch ihre Bauweise im Gegenlicht mit deutlich sichtbaren Blendenflecken zu kämpfen. Daher sollte mit dieser Kamera vermieden werden, in Richtung Sonne zu fotografieren. Unter Wasser ist dieser Effekt nicht so stark ausgeprägt, was auch ein Spiel mit dem Gegenlicht und das Fotografieren Richtung Wasseroberfläche erlaubt.

Fokus

Die Fokusgeschwindigkeit der TG-5 ist überraschend schnell und zuverlässig. Dabei erkennt die Kamera auch bewegte Motive unter Wasser zuverlässig und zügig.

 

Makro-Aufnahmen

Eine der größten Stärken der Olympus TG-4 war die Fähigkeit, überragende Nahaufnahmen zu erzeugen. Entsprechend groß war die Enttäuschung, als es hieß, der Supermacro-Modus würde bei der fünften Generation fehlen.

Dieses Gerücht hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. So wurde der Supermacro-Modus umbenannt und ist nun unter dem Namen Mikroskop-Modus auf dem Programmwahlrad zu finden. Hier liegt die maximale Naheinstellgrenze bei einem! Zentimeter. Das ermöglicht überaus detailreiche Nahaufnahmen auch kleinster Lebewesen wie z.B. Nacktschnecken oder Schleimfische.

Anders als im Mikroskop-Mods liegt die Naheinstellgrenze des Unterwasser-Makro Modus bei 10cm. Damit ist dieser Modus für Objekte bis etwa 15cm Größe geeignet. Beide Modi sind gut unter Wasser nutzbar. Dabei hilft der integrierte Bildstabilisator mit einer Sensor Shift Technologie die Bewegungen und Erschütterungen der Kamera zuverlässig auszugleichen.

 

Hier einige Beispielbilder die mit der Olympus TG-5 entstanden sind:

 

Blitz und Videolicht

Auch die TG-5 kommt mit zwei Belichtungssystemen. Für die Ausleuchtung im Nahbereich ist eine LED eingebaut, die auch als Videoleuchte verwendet werden kann. Die Lichtleistung lässt jedoch ab 10cm schon spürbar nach.

Für Makroaufnahmen unter Wasser ist diese Lichtquelle jedoch besser geeignet als der integrierte Kamerablitz. Dieser ist leider etwas ungünstig platziert, was bei Makro-Aufnahmen zu einer Abschattung der rechten Bildbereiche führt. Gleichzeitig werden durch die bauartbedingte Nähe zum Objektiv Schwebteilchen deutlich sichtbar.

Wer also im Nahbereich hochqualitative Fotos erzeugen möchte, sollte auf externe Videolampen oder Unterwasserblitze zurückgreifen. Dank der TTL-Funktionalität des integrierten Blitzes lassen sich auch externe Blitzgeräte zur Ausleuchtung verwenden. Dies löst dann auch elegant das Problem der ungleichmäßig belichteten Bilder bei Makro-Aufnahmen.

Zusätzlich orientiert sich die TG-5 wie auch die Vorgängerin was die Blitzeinstellungen betrifft an professionellen Kameras. So steht nicht nur eine Belichtungskompensation zur Korrektur der Belichtung zur Verfügung. Auch die Blitzleistung lässt sich mit +/-2 Blendenstufen über die Blitzbelichtungskompensation anpassen. Dadurch können auch kompakte externe TTL-gesteuerte Blitze in der Lichtleistung korrigiert werden.

 

Zubehör für die TG-5

Olympus TG-5 mit Zubehörring

Wie auch schon der Vorgänger punktet die neue TG-5 mit optionalem Zubehör für die Unterwasserfotografie. So sind zusätzliche Makroobjektive und Weitwinkellinsen(FCON-T01) direkt von Olympus erhältlich. An der Vorderseite des Geräts befindet sich ein abnehmbarer Applikationsring, der einen Bajonettverschluss abdeckt. An diesem lässt sich eben genanntes Zubehör montieren.

Hier hat Olympus nachgebessert und einen Mechanismus entwickelt, der das Zubehör und auch den vorderen Ring zuverlässig sichert. Erst das Drücken eines Knopfes ermöglicht das Entfernen der Vorsatz-Objektive.
 

Salz an den Schrauben

Salz an den Schrauben


Auch wenn der Frontring der TG-5 etwas besser abdichtet als der Vorgänger, sollte die Kamera nach einem Salzwasser-Tauchgang gut gespült werden.

Wie auch bei der TG-4, sammelt sich unter dem Applikationsring regelmäßig Salz und Sand. Vor allem die kleinen Schräubchen ziehen das Salz regelrecht an.
Eine Korrosion konnten wir jedoch nicht feststellen.

Zubehör für die TG-5

Art. Nr Bezeichnung Preis
Olympus TG-5 Schwarz Kamera Farbe Schwarz 479 €
Olympus TG-5 Rot Kamera Farbe Rot 479 €
Olympus PT-058 Unterwassergehäuse 299 €
Olympus Fisheye folgt
Olympus Makroobjektiv folgt
Olympus LG-1 Lichtleiter Ringblitz 32,89 €
Sea&Sea YS-03 Kompakter Unterwasserblitz 342 €

 
Wer mehr Schutz für seine Kamera sucht oder in tiefere Regionen abtauchen möchte, kann ein zusätzliches Unterwassergehäuse (PT-058) für die TG-5 erwerben. Mit diesem sind Tauchtiefen von 45m möglich. Preislich liegt es bei etwa 299€.

Auch wenn die Abmessungen der Kamera fast identisch sind wie die der Vorgängermodelle, ist eine Verwendung der TG-5 im alten PT-056 Gehäuse nicht möglich! Durch die zusätzlichen Bedienelemente wären nicht alle Funktionen unter Wasser zu bedienen.

 

Bedienung unter Wasser

Die Bedienung der Olympus TG-5 ist dank des gut erreichbaren Programmwahlrads sehr einfach und unkompliziert. Auch die übrigen Tasten lassen sich gut erreichen und sind überraschenderweise auch mit dünnen (bis 5mm) Handschuhen relativ gut bedienbar. Bei der Verwendung der Kamera mit Handschuhen, sollte das Gerät am Jacket befestigt sein, da die glatte nasse Oberfläche der Kamera etwas rutschig wird und dadurch aus der Hand gleiten kann.

Wer mit dickeren Neopren- oder Trockentauchhandschuhen fotografieren will, kommt um das passende Unterwassergehäuse nicht herum.

Das Display der neuen Tough ist mit seinen 7cm angenehm groß und kann unter Wasser problemlos abgelesen werden. Um auch in heller Umgebung genug auf dem Display zu erkennen, sollte die Helligkeit des LCD-Displays um mindestens zwei Schritte angehoben werden.

Eine schöne Funktion für Taucher sind der integrierte Tiefenmesser und der Kompass, die sich über die Infotaste einblenden lassen. So kann die Tiefe beim Fotografieren gehalten werden, ohne den Blick auf den Tauchcomputer richten zu müssen.

Zusätzlich wurde der TG-5 ein Einstellrad an der Kamera-Oberseite spendiert, was viele Einstellungen auch mit Handschuhen deutlich leichter ermöglicht. Dazu lassen sich unterschiedliche Optionen über das Menü auf das Rädchen legen.

Manueller Modus

Einen komplett manuell einstellbaren Modus sucht man bei der TG-5 leider vergeblich. Hier sind die Möglichkeiten auf den A-Modus beschränkt, in dem sich zwar die Blende und der ISO gezielt anpassen lassen, nicht jedoch die Belichtungszeit. Wer also gezielt über- oder unterbelichten will, muss sich der Belichtungskorrektur und dem Spiel mit unterschiedlichen Messmethoden bedienen.

 

Akku und Laden

Für Bilder ohne Blitz und an Land liegt die Zahl laut Hersteller bei 380 Bildern. Unter Wasser reicht der Akku der TG-5 für etwa 180 Bilder mit Blitz und Displayeinsatz.

Geladen wird die Kamera über ein mitgeliefertes Micro-USB Kabel, das in den USB-Port unter einer der Klappen an der Kamera gesteckt wird. Die Ladedauer lag im Test bei etwa drei Stunden. Daher empfehlen wir zusätzliche Akkus und externe Ladegeräte um die Ladezeiten zu verkürzen. Neuerdings lässt sich die Kamera auch über den USB-Anschluss am Notebook laden.

 

Video

Videotechnisch bietet die TG-5 4K-Aufnahmen mit 3840×2160 Pixeln bei 30 / 25 Bildern pro Sekunde . Aufgezeichnet wird dabei im MOV Format (MPEG4 AVC/H.264)
Full-HD Videos können mit einer Bildwiederholrate von 120 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden, was sehr schöne Zeitlupeneffekte ermöglicht.

Für beide Modi ist jedoch eine Speicherkarte der Klasse 10 erforderlich. Andernfalls ist der 4K Aufnahmemodus in der Kamera deaktiviert.

Die klassische Videoaufnahme in Full-HD lässt sich auch im Foto-Programm über den roten Record-Knopf starten. Für 4K-Video Aufnahmen muss allerdings der Betriebswahlschalter auf den Videomodus gedreht werden.

Da wir selbst nicht filmen, gibt es hier einige Videoaufnahmen von unserem amerikanischen Pendant Backscatter:

Klang

An Land sorgt das integrierte Stereomikrofon für einen klaren Klang. Ähnlich wie bei anderen Herstellern, ist auch bei der Olympus das Zoomen während der Videoaufnahme bauartbedingt deutlich zu hören. Auch unter Wasser funktioniert das Mikrofon problemlos, wobei sich hier selten interessante Geräusche aufnehmen lassen. 😉

 

Konnektivität

Als mögliche Verbindungen zur Kamera setzt Olympus bei der TG-5 auf WiFi, HDMI und USB. Dafür verzichtet der Hersteller auf NFC zum schnellen Paaren von Geräten. Deshalb gibt es eine Alternative, die die Kamera und das Smartphone mit Hilfe eines QR-Codes problemlos verbindet. So können die Bilder schnell und unkompliziert auf das Handy übertragen werden.

Neben den klassischen Verbindungstechniken unterstützt die TG-5 auch die Aufzeichnung von Positionsdaten per GPS und dem russischen Pendant GLONASS. Diese Daten werden direkt in den EXIFs der Bilddateien gespeichert. Um die Positionsbestimmung zu aktivieren, kann dazu ein kleiner Hebel an der Oberseite der Kamera auf „Log“ gestellt werden.
 

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2 Gedanken zu „Olympus Tough TG-5

  1. Wenn du im Aufnahmemodus bist, gelangst du über die OK-Taste in das Live-Menü. Hier kannst du die JPG und RAW-Einstellungen schnell und unkompliziert umstellen. Das Symbol, das du standardmäßig siehst ist das LF. Hier findest du auch die RAW-Optionen.

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