Kamera-Einstellungen

Auch wenn es „die“ allgemein perfekten Einstellungen für Unterwasserbilder nicht gibt, sind einige Optionen doch hilfreich.

RAW / JPG

Gerade bei Unterwasserfotos hat man fast immer mit schwierigen Lichtsituationen zu kämpfen. Um hier auch für die Nachbearbeitung das Maximum an Qualität zu sichern empfiehlt sich die Verwendung des RAW-Modus. Hier speichert die Kamera die Bilder in einem Rohdatenformat, bei dem hinterher deutlich mehr Bildinformationen bereitstehen als bei einem JPG-Bild. Weißabgleich und Belichtung können hier nachträglich problemlos angepasst werden.

Ist in der Kamera kein RAW-Modus vorhanden, sollte die maximale JPG-Qualität und Auflösung gewählt werden.

Weißabgleichs-Einstellungen

Mit der Korrektur der Farbtemperatur können beim Schorcheln und auf den ersten Metern des Tauchgangs Orange und Rot-Töne etwas verstärkt werden. Hier sind die Einstellungen Schatten und Wolkig hilfreich. Werden Blitze oder Filter eingesetzt, sollte die Einstellung auf Tageslicht oder Blitz eingestellt werden.

Blende ISO Verschlusszeit

Auch hier gibt es leider kein Patentrezept und Werte, die generell richtig sind.

In der Makrofotografie kommt vor allem bei der Verwendung einer Taucherlampe oder keiner weiteren Zusatzbeleuchtung eine möglichst große Blende zum Einsatz. Damit kann die Belichtungszeit gesenkt und damit Verwacklungen reduziert werden. Gerade bei flinken Fischen ist eine kurze Verschlusszeit sehr wichtig. Insbesondere bei extremen Nahaufnahmen mit einer weit geöffneten Blende kann die Schärfeebene bei nur 2 Milimetern liegen.

Das Blatt wendet sich jedoch, sobald zusätzliche Blitze zum Einsatz kommen. Hier verlässt man sich hauptsächlich auf die externe Beleuchtung und reduziert damit den Einfluss des Umgebungslichts auf ein Minimum. Durch den erhöhten Lichtstrom kann die Blende weiter geschlossen werden (Größere Blendenzahl) um mehr Tiefenschärfe zu erhalten. Gleichzeitig sind immernoch kurze Verschlusszeiten möglich und das Objekt wirkt wie eingefroren.

Bei Weitwinkelaufnahmen hingegen muss das Umgebungslicht deutlich stärker in die Bildgestaltung miteinbezogen werden als bei Makros. Hier gilt es besonders auf die Belichtungsmessung im Display zu achten und das Bild nach dem Auslösen direkt zu kontrollieren. Welche Art der Belichtungsmessung hilfreich ist, kann hier nachgelesen werden.

Da die meisten Kameras für den Überwassereinsatz konzipiert sind, kann es bei den Lichtbedingungen unter Wasser zu falschen Belichtungsergebnissen führen.
Auch in der Weitwinkelfotografie kommen zusätzliche Blitze zum Einsatz um vor allem nähere Objekte im Gegenlicht gezielt auszuleuchten.

Belichtungskorrektur

Mit das wichtigste Werkzeug bei der Verwendung der Kreativprogramme (Av, TV und P) ist die Belichtungskorrektur. Ist das Bild vom Ausschnitt gelungen kann bei falscher Belichtung die Helligkeit über diese Einstellung mit wenigen Tastendrücken unkompliziert angepasst werden. Mehr Informationen zur Belichtungskorrektur gibt es auf der Seite „Belichtung unter Wasser“.

Belichtungsreihen (engl. Bracketing)

Die meisten aktuellen Geräte bieten die Funktion automatische Belichtungsreihen zu erzeugen mittlerweile an.
Hierbei erzeugt die Kamera drei Bilder mit unterschiedlicher Helligkeit von denen neben der korrekten Belichtung eines über und ein weiteres unterbelichtet wird.
Manche Hersteller (wie z.B. Sony) bieten die Möglichkeit fünf Bilder in einer Belichtungsreihe zu erzeugen.

Diese sogenannte Bracketing-Funktion kann vor allem am Anfang, wenn noch nicht viel Unterwassererfahrung vorhanden ist, hilfreich sein, um die Chance auf ein korrekt belichtetes Bild zu erhöhen.

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