10 Wichtige Regeln

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Du willst dich nicht ewig mit seitenlangen Anleitungen für die Unterwasserfotografie herumschlagen, sondern probierst lieber einfach aus? Hier sind 10 Regeln, die dir das Leben bei der Unterwasser-Fotografie trotzdem leichter machen werden.

1 Konzentriere dich auf das was du tust, und mach es richtig!

Neben einer anständigen Tarierung ist der Bildausschnitt und die Fototechnik das wichtigste bei diesen Tauchgängen. Im besten Fall tauchst du mit einem erfahrenen Buddy, der weiß wie in gefährlichen Situationen zu handeln ist und dir den Rücken freihalten kann.
Für deinen Buddy ist das Begleiten deines Fototauchgangs im Prinzip ein Solotauchgang unter erschwerten Bedingungen.

Sowohl du, als auch dein Tauchpartner, sollten sich vor dem Tauchgang bewusst machen, dass eine ernsthafte Fototour kein einfacher, schöner Lusttauchgang ist, und ihr meist weniger Strecke macht. Du bist zum fotografieren unter Wasser und die besten Bilder entstehen in der Regel nicht als Schnappschuss beim vorbeischwimmen.

Im „schlimmsten“ Fall, kann es sein, dass du den halben Tauchgang vor einer kleinen Höhle mit einem Oktopus oder Fisch verbringst. Das ist dann halt so! 😉

foto-Regeln Foto: Stefan Elsässer

Foto: Stefan Elsässer

Du musst nicht davon besessen sein, das beste Bild zu schießen, ein gewisser Anspruch, sollte dein Fotografieren doch zieren, sonst sind sowohl dein Buddy, als auch du nachher unzufrieden mit dem Tauchgang.

Bei professionellen Fotografen kommt es mitunter vor, dass sie sogar mehrere Tauchgänge darauf verwenden, ein einziges Objekt in der perfekten Situation zu erwischen. Manchmal ist es das Ergebnis einfach wert.

2 Geh näher ran!

Unter Wasser scheint dir alles deutlich näher und größer, als es in Wirklichkeit ist. Geh also näher ran. Das hat nur Vorteile. Du hast mehr vom eigentlichen Objekt auf deinem Bild, die Farben sind besser und durch die verkürzte Distanz verringert sich auch immer die Menge der Schwebteilchen!

3 Fotografiere waagerecht oder nach oben

An Land ist es nicht unüblich Pflanzen oder Tiere waagerecht oder sogar von schräg oben zu fotografieren. Unterwasser empfiehlt sich ein leichter Aufwärtswinkel. Dadurch erhältst du im Meer ein tiefes Blau im Hintergrund und stellst dein Objekt so besser frei. Außerdem wirken Bilder unterwasser von oben meist platt. Aufnahmen von Unten bringen mehr Plastitzität ins Bild und die Formen zurück. Das Objekt wird im Kontext betrachtet und es ist für den Betrachter ein leichterer Größenvergleich mit der Umgebung möglich.

Tiefes Blau im Hintergrund

Tiefes Blau im Hintergrund | Foto: Jean François Weber

4 Fokussiere auf die Augen

Was in der Portraitfotografie gilt, gilt auch für Fische 🙂
Stell auf die Augen scharf. Damit lässt sich zu deinem Objekt viel leichter eine Verbindung aufbauen. Der direkte Blickkontakt macht das Bild spannend und persönlicher und lebendiger.
Um auf die Augen zu fokussieren kannst du den Auslöser halb durchdrücken und wenn alles passt, durchdrücken und damit das Bild auslösen.
Bevor du ein Bild gar nicht machst, mach es ohne Fokus auf den Augen. Digitale Bilder kosten Nichts! Beim Einsatz eines Blitzes zweimal überlegen. Vielleicht erschrickt der Fisch und schwimmt weg.

5 Benutze einen Blitz

Leider fehlen unter Wasser oft Farben. Ein Blitz bringt dir die Farben zurück, erhöht die Kontraste, arbeitet Strukturen heraus und erhöht die Schärfe.
Eine Wichtige Investition wenn du Wert auf professionelle Bilder legst.
Nicht direkt blitzen um tiere zu schützen und nicht überzubelichten. mehr gibts im Blitzworkshop

6 Nutze deinen Bildschirm

Schaue deine Bilder unter Wasser an. Den größten Vorteil der Digitalen Technik nutzen, Bilder gleich bewerten und ggf. nochmals machen.
Belichtung passt nicht? Nochmal! Blitz zu zentral? Nochmal…

Heute viel einfacher gute Bilder unter Wasser zu machen als mit den alten analogen Kameras. Wie haben die das überhaupt gemacht? 🙂

7 Benutze die Kreativmodi TV AV oder M

Am Anfang wirst du höchstwahrscheinlich noch mit der Tarierung kämpfen, dein Equipment kennenlernen müssen und den richtigen Bildausschnitt suchen. Hier bist du froh über den Automatikmodus! Doch bald wirst du an die Grenzen des Autmoatikmodus stoßen und die Einstellungen weitestgehend selbst beeinflussen und auf kreative Art efstlegen wollen.

8 Mach dich mit deinem Equipment vertraut und pflege es!

Salzwasser und Elektronik vertragen sich einfach nicht. Also lass dir genug Zeit beim Zusammenbau deines Gehäuses, überprüfe den Dichtungsring doppelt und dreifach (ein Haar kann schon fatale Folgen haben) und mach einen ausführlichen Blasencheck in der Badewanne oder einem Eimer!

Nichts ist ärgerlicher als auf 30m Tiefe zuzuschauen, wie das UW-Gehäuse langsam volläuft und deine Kamera absäuft.

Nach dem Tauchgang solltest du das Gehäuse und die Dichtungen mit klarem Wasser abspülen. Getrocknetes Meersalz ist unheimlich aggressiv und beschädigt auf Dauer Dichtgummis und verkratzt die Linsen.

Nach dem Reinigen und Trocknen, sollte der O-Ring der Kamera wieder mit WENIG fett eingeschmiert werden und das Gehäuse verschlossen. So kann kein Staub eindringen und der Dichtring bleibt Fusselfrei und weich.

9 Respektiere die Natur

Wir sind Gäste unter Wasser und so sollten wir uns auch verhalten. Tarierung ist hier das Zauberwort, und sollte im günstigsten Fall mit Kamera auf Sandhalden oder im Pool geübt werden. Es hat keiner etwas davon, dass 10 Korallen kaputt gehen, weil wir EINE fotografieren wollen. Wenn wir uns Abstützen, dann mit maximal einem Finger und !eventuell! den Flossenspitzen.

Eine gute Tarierung schützt nicht nur das Riff, sondern auch dich vor unangenehmen Schnitten und Kratzern. Lass die Kamera auch nicht baumeln, sondern befestige sie nah vor deinem Körper. Kunststoffgehäuse zerbrechen an Riffkanten schneller, als man schauen kann.

Versuche auch sonst so wenig wie möglich zu berühren und versuche keine schlafenden Fische zu wecken. Im ungünstigsten Fall verlieren sie ihre vor Fressfeinden schützende Glibberhülle.

10. Werde nicht zu technisch und brich die Regeln

Überstürze die Fotografie nicht, fang langsam an und taste dich Stück für Stück an die UW-Foto-Technik heran.
Und versuche den Tauchgang trotzdem noch zu genießen. Brich auch mal die Regeln für unkonventionell andere Bilder.

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