10 Wichtige Regeln

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Du willst dich nicht ewig mit seitenlangen Anleitungen für die Unterwasserfotografie herumschlagen, sondern probierst lieber einfach aus?

Hier sind 10 Regeln, die dir das Leben bei der Unterwasser-Fotografie trotzdem leichter machen werden.


1 – Konzentriere dich auf das was du tust!

Sowohl du, als auch dein Tauchpartner, sollten sich vor dem Tauchgang bewusst machen, dass ein Fototauchgang kein normaler Lusttauchgang ist, und ihr höchstwahrscheinlich sehr wenig Abwechslung haben werdet. Du bist zum fotografieren unter Wasser und solltest dir dafür auch wirklich Zeit nehmen. Die besten Bilder entstehen in der Regel nicht als Schnappschuss beim Vorbeischwimmen.

Im „schlimmsten“ Fall, kann es sein, dass du den halben Tauchgang vor einer kleinen Höhle mit einem Oktopus oder Fisch verbringst. Das ist dann halt so! 😉

Neben einer schönen Bildgestaltung sind eine anständigen Tarierung und die Sicherheit zwei wichtige Aspekte bei diesen Tauchgängen. Wann immer du die Möglichkeit dazu hast, tauchst du du mit einem erfahrenen Buddy, der weiß wie in gefährlichen Situationen zu handeln ist und dir den Rücken freihalten kann. Auch spezielle bezahlte Fotoguides, die den Tauchplatz und die Lebewesen dort kennt, sind oft hilfreich.

Dein Tauchpartner sollte sich gleichzeitig bewusst machen, dass diese Tauchgänge für ihn Solotauchen unter erschwerten Bedingungen ist.


Als Urlaubstaucher wirst du nicht einen ganzen Tauchgang darauf verschwenden um dieses eine Bild zu schießen. Ein gewisser Anspruch sollte dein Fotografieren doch zieren, sonst sind sowohl du als auch dein dein Buddy unzufrieden, weil keiner auf seine Kosten kam.

Bei professionellen Fotografen hingegen kommt es mitunter vor, dass sie sogar mehrere Tauchgänge darauf verwenden, ein einziges Motiv in der perfekten Situation zu erwischen. Manchmal ist es das Ergebnis einfach wert. 😉

 

2 – Geh näher ran!

Unter Wasser scheint dir alles deutlich näher und größer, als es in Wirklichkeit ist. Warum das so ist kannst du im Artikel: Sicht unter Wasser nachlesen.
Dieser Umstand verleitet dich dazu, einen zu großen Abstand zum Motiv zu halten.
Geh also näher ran.

Das hat eigentlich nur Vorteile. Du hast mehr vom eigentlichen Objekt auf deinem Bild und die Farben sind kräftiger und kontrastreicher. Gleichzeitig verringerst du durch die verkürzte Distanz auch immer die Menge der Schwebteilchen zwischen dir und deinem Motiv.

Vielleicht denkst du jetzt, dann schwimmt das Tier ja davon.
Meist haben die Unterwassertiere eine überraschend kurze Flucht- oder Verteidigungs-Distanz. Oft merken die Tiere, wenn du dich ruhig und langsam näherst, dass du ihnen nichts willst und bleiben regungslos stehen. Du wirst mit ein bisschen Übung schon bald erkennen, ob das Tier nervös wird und du lieber wieder ein paar Zentimeter zurück gehst.

 

3 – Fotografiere waagerecht oder nach oben

An Land ist es nicht unüblich Pflanzen oder Tiere waagerecht oder sogar von schräg oben zu fotografieren.
Unterwasser hingegen empfiehlt sich ein leichter Aufwärts-Winkel. Dadurch stellst du dein Objekt besser frei und du erhältst ein für das Foto neutrales tiefes Blau im Hintergrund.

Durch die veränderten Lichtverhältnisse wirken von oben fotografierten Bilder unter Wasser meist platt und kontrastarm. Aufnahmen von unten bringen mehr Plastitzität ins Bild und stellen die Form des Motivs wieder her. Zudem wird das Objekt so im Kontext (und nicht nur vor einem einheitlichen Hintergrund) betrachtet was dem Betrachter einen leichteren Größenvergleich mit der Umgebung ermöglicht.

 

4 – Fokussiere auf die Augen

Was in der Portraitfotografie gilt, gilt auch für Fische 🙂

Versuche auf die Augen scharf zu stellen. Dadurch lässt sich deutlich leichter eine Verbindung zu deinem Motiv aufbauen. Der direkte Blickkontakt macht das Bild spannend, lebendig und wirkt deutlich intimer.

Um auf die Augen zu fokussieren kannst du den Auslöser halb durchdrücken und dabei den Bildausschnitt verändern. Passt alles, drückst du den Auslöser durch und belichtest das Bild.
Bevor du ein Bild nicht machen würdest, mach es lieber ohne Fokus auf den Augen.

Digitale Bilder kosten nichts! Einzig beim Einsatz eines Blitzes solltest du zwei Mal überlegen. Die Blitzaufladezeiten von Kompaktkameras sind recht lang was dazu führen kann, dass der Fisch sich erschrocken entfernt, bevor du ein zweites Mal auslösen kannst.

Frontal Zackenbarsch

 

5 – Benutze einen Blitz oder eine Lampe

Leider fehlen unter Wasser oft Farben. Ein Blitz bringt dir die Farben zurück, erhöht die Kontraste, arbeitet Strukturen heraus und erhöht die Schärfe.
Eine Wichtige Investition wenn du Wert auf professionelle Bilder legst.
Nicht direkt blitzen um tiere zu schützen und nicht überzubelichten. mehr gibts im Blitzworkshop

 

6 – Du hast einen Bildschirm – Nutze ihn!

Warum solltest du den größten Vorteil der digitalen Fototechnik nicht nutzen?
Schaue deine Bilder an, direkt nachdem du sie gemacht hast. So kannst du die Helligkeit, den Bildausschnitt und die Farben bewerten um so das Bild gegebenenfalls noch mal zu wiederholen.

Die Belichtung passt immer noch nicht? Nochmal! Der Blitz strahlt zu zentral auf das Motiv? Nochmal…

Heute ist es viel einfacher gute Bilder unter Wasser zu machen als mit den alten analogen Kameras.

 

7 – Benutze die Kreativmodi Tv, Av oder den manuellen Modus

Am Anfang deiner fotografischen Laufbahn wirst du höchstwahrscheinlich noch mit der Tarierung kämpfen, dein Equipment kennen lernen müssen und den richtigen Bildausschnitt suchen.
Hier bist du froh über den Automatikmodus oder die Unterwasservorgaben deiner Kamera!

Schon bald wirst du an die Grenzen des Automatikmodus stoßen. Vor allem mit zusätzlicher Beleuchtung willst du Einstellungen manuell festlegen können um das Ergebnis auf kreative Art gezielt zu beeinflussen. Ein klassisches Beispiel sind Aufnahmen im Gegenlicht.

 

8 – Lerne deine Ausrüstung kennen und pflege sie

Salzwasser und Elektronik vertragen sich einfach nicht.
Also lass dir genug Zeit beim Zusammenbau deines Gehäuses, überprüfe den Dichtungsring doppelt und dreifach. Schon ein Haar auf dem O-Ring kann fatale Folgen für deine Kamera haben.

Und glaub mir: Nichts ist ärgerlicher als auf 30m Tiefe zuzuschauen, wie das Unterwassergehäuse langsam vollläuft und deine Kamera „ertrinkt“.

Nach dem Tauchgang solltest du das Gehäuse und die Dichtungen mit klarem Wasser abspülen. Getrocknetes Meersalz ist unheimlich aggressiv und beschädigt auf Dauer Dichtgummis und verkratzt die Linsen.

Nach dem Reinigen und Trocknen, sollte der O-Ring der Kamera wieder mit WENIG fett eingeschmiert werden und das Gehäuse verschlossen. So kann kein Staub eindringen und der Dichtring bleibt Fusselfrei und weich.

Hier findest du eine ausführliche Anleitung zur Pflege deiner Ausrüstung
Kamera Gehäuse pflegen

 

9 – Respektiere die Natur

Mach dir bewusst, dass wir trotz allem nur Gäste unter Wasser sind. Und so sollten wir uns auch verhalten.

Eine perfekte Tarierung beim Fotografieren ist das A und O. Schon daheim kannst du deine Wasserlage mit Kamera im Schwimmbad oder einem Indoor-Tauchzentrum gezielt verbessern. Hast du diese Gelegenheit nicht, findest du im Urlaub vielleicht eine Möglichkeit über Sandhalden zu üben.

Und nur weil andere die Riffe kaputt machen, musst du das nicht auch tun. Geh mit gutem Beispiel voran.
Es hat einfach keiner etwas davon, dass zwei Korallen kaputt gehen, weil du EINE fotografieren wollen.
Wenn du dich schon abstützen musst, dann mit maximal einem Finger einem Zeigestab oder eventuell mal den Flossenspitzen.

Abgesehen schützt eine gute Tarierung nicht nur das Riff, sondern auch dich und deine Kamera vor unangenehmen Schnitten und Kratzern.
Achte auch darauf die Kamera möglichst nah am Körper zu befestigen.

Versuche auch sonst so wenig wie möglich zu berühren und vermeide schlafenden Fische zu wecken. Im ungünstigsten Fall sorgst du für Infektionen und den Verlust ihres vor Fressfeinden schützenden Schleim-Schlafsacks.

 

10 – Werde nicht zu technisch und brich die Regeln

Überstürze die Unterwasserfotografie nicht.

Direkt mit einer Spiegelreflexkamera und zwei Blitzen zu starten wird dich nicht glücklich machen. Fang langsam an und taste dich Stück für Stück an zusätzliche Technik wie komplexe Armsysteme, Diopter oder Blitze heran. Hier findest du eine Übersicht über alle unsere Grundlagenthemen.

So einnehmend die Fotografie auch sein mag – versuche deine Tauchgänge trotzdem noch zu genießen. 😉

…und ab und zu kann es auch schön sein, die Kamera einfach mal an Land zu lassen.

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2 Gedanken zu „10 Wichtige Regeln

  1. Wird ein Fotograf beobachtet wenn er sich in die Korallen legt, mit den Beinen alles platt macht unter sich nur noch eine Badewanne ist, macht ein Foto von diesem und zeigt es ihm danach…. er wird erstaunt sein, denn in der Eufori des Gefechtes weiss er leider nicht was er macht… und danach behauptet jeder er sei super tariert gewesen 🙁 So meine Erfahrung mit ganz vielen Tauchern und Fotografen 🙁

  2. Ja da gebe ich dir Recht.
    Die Tarierung leidet bei einigen Tauchern unter der Fotografie. Dabei ist das etwas, was man wunderbar im Hallenbad trainieren kann.

    Da finde ich deine Methode, Fotos von den Fotografen zu machen echt super! Das wirkt und man denkt vielleicht nochmal über die B-Note nach 😉

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