Bildbearbeitung – Rauschreduzierung

Share Button

Nicht jedes Bild wird in einer perfekt ausgeleuchteten Umgebung aufgenommen. In manchen Situationen würde ein Blitz die Bildwirkung zerstören oder ist schlichtweg zu schwach. Um dann korrekt belichtete Fotos zu erhalten muss die ISO-Empfindlichkeit erhöht werden, was zu einem verstärkten Bildrauschen führen kann. Gerade Fotos günstiger Kompaktkameras haben aufgrund ihres kleineren Sensors mit einem deutlich stärkeren Bildrauschen zu kämpfen. Dieses Bildrauschen kann nachträglich mit Unterschiedlichen Bildbearbeitungsprogrammen weitestgehend entfernt werden. Und auch für DSLRs die mit RAW fotografieren ist die Rauschreduzierung ein wichtiges Werkzeug.

Dabei muss man zwischen zwei Arten des Rauschens unterscheiden:
Dem Luminanzrauschen und Farbrauschen.

Luminanzrauschen

Beim Luminanzrauschen sind im bild kleine weiße Punkte sichtbar, die das Bild körnig wirken lassen und sich bei einer Nachbearbeitung zusätzlich verstärken. Diese Form von Rauschen tritt auch bei DSLRs und guten Kompaktkameras auf.

Farbrauschen

Ein anderes Rauschen, ist das Farbrauschen. Dieses kommt vor allem unter schlechten Lichtbedingungen in Verbindung mit einem hohen ISO vor. Dabei sind dunkle Bildbereiche deutlich stärker vom Farbrauschen betroffen, als helle. Das Farbrauschen äußert sich in bunten, meist roten, gelben und grünen Flecken.

 

Warum sollte man ein Bild entrauschen?

Die Rauschreduzierung ist vor allem dann wichtig, wenn die Bilder eine höchstmögliche Qualität aufweisen müssen.
Bei der Betrachtung auf dem Bildschirm ist das Bildrauschen kaum zu sehen. Doch werden die Fotos auf Stockphoto-Plattformen wie Fotolia, Getty Images oder ähnlichen hochgeladen, sollten die Bilder möglichst wenig rauschen sollten. Genauso wichtig ist die Rauschreduzierung für die Drucklegung in Zeitschriften und bei hochauflösenden Veröffentlichungen und zugeschnittenen Bildern. Hier sind Bildrauschen schon ab einer Größe von 20x30cm zu erkennen.

 

Meine Bilder rauschen doch gar nicht!

Jede Bildbearbeitung, vor allem Kontrastanhebungen, Klarheit, Schärfen und Sättigung erhöhen verstärken vorhandenes Bildrauschen. Nur fallen diese Probleme bei einer Bildschirmfüllenden Bildbetrachtung kaum auf. Daher macht die Rauschreduzierung für eine reine Bildschirmausgabe nur bedingt Sinn.

Klicken zum Vergrößern

Klicken zum Vergrößern

Wird das Ausgangsmaterial jedoch stark vergrößert oder nur Bildausschnitte verwendet, können plötzlich Unregelmäßigkeiten sichtbar werden. In der 100% Ansicht sind die Details und das Rauschen am deutlichsten zu sehen. Um ein optimales Ergebnis bei der Rauschreduzierung zu erhalten, sollte der Prozess erst am Schluss der Bildbearbeitung und wirklich in der 1:1 Ansicht stattfinden.
Dabei wird auch sichtbar, dass bei einer Rauschreduzierung wieder Bilddetails verloren gehen können, die mit dem Schärfen heausgearbeitet werden können.

 

Rauschreduzierung im Detail

Rauschreduzierung LightroomFür die Rauschverminderung im Bild stehen meist die Regler Helligkeit (Luminanz), Details und Farbe zur Verfügung.

Luminanz / Helligkeit
Mit der Helligkeit wird die Stärke der Rauschreduzierung festgelegt. Steht dieser Regler auf „0“, ist die Rauschreduzierung komplett ausgeschaltet.

Detail
Der Detail-Regler legt fest, wie groß der Radius der zu entfernenden Rauschelemente sein soll. Je kleiner der Radius, desto mehr Strukturen bleiben im Bild erhalten. Wird der Radius zu groß gewählt, können Details wie Schuppen, Sandkörner oder feine Farbzeichnungen verloren gehen.
Diese beiden Regler beziehen sich ausschließlich auf das Luminanzrauschen.

Farbe
Das Farbrauschen hingegen kann mit dem Farbregler sehr effektiv beseitigt werden. Adobe® Lightroom bietet bei der Farbrauschkorrektur die gleichen Optionen wie beim Luminanzrauschen.

Mittlerweile sind die Algorithmen der Bildbearbeitungsprogramme so gut, dass eine dezente Rauschreduzierung kaum wichtige Bildinformationen entfernt, das Rauschen jedoch trotzdem effektiv vermindert.

 

← Bildbearbeitung Schärfen || Bildbearbeitung Beispiele

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.