Bessere Bilder mit der Tauchlampe

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Leider ist eine klassische Tauchlampe nur bedingt für die Beleuchtung in der Unterwasserfotografie geeignet.
Entweder bündelt sie das Licht zu stark, was sich bei den Unterwasseraufnahmen als sehr heller Punkt in der Mitte des Bildes äußert. Oder die Farben sind aufgrund günstiger LEDs sehr unnatürlich und kalt.

Starker Spot führt zur Überbelichtung in der Bildmitte

Spot der Tauchlampe führt zu überbelichtetem Bild

Die Tauchlampe im Allgemeinen

Der eigentliche Zweck einer klassichen Tauchlampe ist, möglichst weit und gezielt unter Wasser sehen zu können. Um das zu erreichen, wird das Licht über Reflektoren gebündelt, wobei je nach Lampe Abstrahlwinkel zwischen etwa 10° und 70° zum Einsatz kommen. Einige Lampen lassen sich fokussieren, das heißt, der Strahl kann zwischen weit und eng umgestellt werden.

Enger Abstrahlwinkel einer Tauchlampe

Grundsätzlich ist diese Technik interessant, führt aber in der Praxis unter Wasser oft zu einem sehr ungleichmäßigen Lichtverlauf.+++

Generell ist in der Unterwasserfotografie eine Tauchlampe mit einem Abstrahlwinkel von 70° natürlich zielführender als eine mit 10°. Optimal sind Tauchlampen mit einem Abstrahlwinkel von 70° zwar auch nicht, lassen sich aber zumindest im Nahbereich und für Makros durchaus brauchbar einsetzen.

Falls du überlegst, dir eine Videolampe oder einen Blitz zu kaufen, findest du hier die
Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme.
 

Lampe und Kamera ausrichten

Um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen, ist es am einfachsten, wenn du die Tauchlampe ziemlich genau auf das zu beleuchtende Objekt und auch die Kamera mittig ausrichtest.
Ob du die Lampe in der Hand hältst oder auf die Kamera montierst ist Geschmacksache. Die Lichtverteilung wird jedoch gleichmäßiger, wenn du die Lampe weiter von dem zu fotografierenden Objekt entfernst. Dafür ist natürlich die handgehaltene besser geeignet. Hier kann dir im Optimalfall auch dein Tauch-Buddy behilflich sein.

Verzichtet möglichst darauf, mit zwei verschiedenen Lampen auf das Objekt zu leuchten, das du fotografieren willst. Sonst können die unterschiedlichen Lichtfarben zu unschönen Farbfehlern im Bild führen.

 

Kamera-Einstellungen

Grundsätzlich ist es wichtig, dass du die Belichtungszeiten deiner Kamera so kurz wie möglich hältst. Dazu kann es notwendig sein, die ISO-Empfindlichkeit der Kamera etwas zu erhöhen. Das ist im Automatikmodus nicht möglich. Daher solltest du zumindest eine Programmautomatik (P) oder die Kreativmodi Av, TV, oder M verwenden, die dir mehr manuelle Einstellungen ermöglichen.

Im Nahbereich und für Makros kann ein ISO von 100 oder 200 durchaus reichen. Für Aufnahmen, die etwas weitwinkliger werden sollen, ist meist ein höherer ISO erforderlich.
 

Spotmessung

Spotmessung einstellen

Spotmessung einstellen

Damit ist das Bild aber noch nicht optimal belichtet. Aufgrund des engen Abstrahlwinkels musst du nun die Einstellungen der Kamera von „Mehrfeldmessung“ auf „Mittenbetont / Integral“ umstellen. Optimal ist der Messmodus „Spot“, den mittlerweile die meisten Kameras mitbringen. Diese Einstellung ist selbst bei den Actioncams vertreten.

Der Unterschied zwischen den beiden Messmethoden liegt darin, dass bei der Mehrfeldmessung das gesamte Bild in der Helligkeit betrachtet wird. Für die Beleuchtung mit der Tauchlampe heißt das, dass die äußeren Bereiche, die für die Kamera zu dunkel sind, eben mehr belichtet werden müssen. Das führt dazu, dass die beleuchtete Stelle in der Mitte des Bildes noch heller wird und im schlimmsten Fall Bildinformationen verloren gehen.
Anders ist es mit der Spot- oder mittenbetonten Messung.
Hier wird der Bildmitte, in Bezug auf die Belichtung, mehr Beachtung geschenkt, weshalb die äußeren Bereiche die Belichtungsmessung nicht negativ beeinflussen.

Symbol BelichtungskorrekturSollten die Bilder immer noch zu hell werden, kann mit der Belichtungskorrektur die Helligkeit nochmals reduziert werden. Diese Option wird auf den Kameras üblicherweise mit einem kleinen +- symbolisiert.
Hier kann die Belichtung oft nochmals um zwei Blendenstufen angepasst werden.

 

Nachbearbeitung

Falls die Bilder doch etwas überbelichtet sein sollten, kann ein Bildbearbeitungsprogramm wie Adobe Lightroom helfen die Bilder zu optimieren.

Wie hier im Beispiel lassen sich helle Bereiche mit einfachen Mitteln gezielt korrigieren und Farben anpassen.

Bildbearbeitung

Mit Bildbearbeitung optimieren

Häufig reicht es, die Belichtung etwas abzusenken, Kontraste zu erhöhen, Lichter und Weiß abzusenken und dafür die tiefen Töne anzuheben.

Mehr Informationen zur Nachbearbeitung für Unterwasserbilder findest du im
„Bildbearbeitungs-Leitfaden“

 

Zubehör und DIY

Eine weitere Option für sehr starke Tauchlampen sind Diffusoren, die du auch gut selbst basteln kannst. Diese schlucken zwar einen Teil des Lichts, macht es aber gleichzeitig deutlich weicher und verteilt es wesentlich gleichmäßiger. Hier sind leere weiße! Filmdosen oder im Zweifelsfall ein Joghurtbecher äußerst praktisch. Eine DIY-Anleitung kommt demnächst.

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